Logo

Mister Wong iconTechnorati iconDigg icondel.icio.us iconma.gnolia iconFurl iconNewsvine iconReddit iconYahoo MyWeb iconBlinkbits iconGoogle iconSimpy iconBlogmarks icon

  C-Zell-Karzinom e.V. - Hilfe zur Selbsthilfe Hallo Gast | [ Registrierung | Anmelden ]  
Suchen
Add to Google

Menue
|--> Forum
|--> FAQ
|--> Suchen

Mail Liste/Newsletter
Sie haben zur Zeit unseren Newsletter nicht abonniert. Sie sind im Moment nicht angemeldet, aber Sie können dennoch unseren Newsletter abonnieren.




Rettet das Internet
Buttonnetzwerk für ein freies Internet

Sprachen
Sprache auswählen:

Deutsch English

Übersetz. mit Google
   

* 1967, männlich

Mister Wong iconTechnorati iconDigg icondel.icio.us iconma.gnolia iconFurl iconNewsvine iconReddit iconYahoo MyWeb iconBlinkbits iconGoogle iconSimpy iconBlogmarks icon

admin 02.11.2004, 09:45 Uhr
Erlebnisberichte Ich weiß seit 22.4.94 von meiner Erkrankung nach einem ersten "harmlosen" operativen Eingriff.
Schluckbeschwerden hatten mich überzeugt, mich an der Schilddrüse operieren zu lassen, obwohl bis dato trotz mehrerer Untersuchungen der leichte Kropf als harmlos galt (der Tumor verhält sich untypisch, denn er produziert kein Schilddrüsenhormon) und sonst keinerlei Beschwerden vorlagen.

Später erfahre ich, daß viele meiner Leidensgenossen an schweren Durchfällen leiden oder litten, was mir bisher erspart blieb.

Es gibt auch eine vererbliche Variante, die nach bisherigen Erkenntnissen bei mir nicht vorzuliegen scheint. Wenigstens etwas.
Ich war zu diesem Zeitpunkt 27 Jahre alt, bin verheiratet, habe 2 Töchter und hatte fünf Monate vorher gerade ein kleines Haus gekauft, das noch einige Umbaumaßnahmen erforderte.

Dann kam der Schock. Erst eine Hektik, als würde man nur noch ein paar Wochen leben. Dann noch drei OP’s innerhalb eines Jahres und dazwischen der Versuch, durch noch mehr Arbeit alles zu verdrängen.

Nebenbei das Sammeln von möglichst viel Informationen über die Erkrankung und der Versuch, mit „Alternativtherapien“ Erfolge zu erzielen. Oberstes Ziel war, wieder gesund zu werden.

Ich war psychisch recht stabil und glaubte bis dahin, meine Probleme alleine meistern zu können bzw. keine solche zu haben. Streitigkeiten und Streß in der Familie, Streß im Beruf, Niedergeschlagenheit nach dem Arbeitstag, Flucht in die Arbeit und Hobbies, um „Ruhe“ zu haben, alles das hatte doch nichts mit meiner Erkrankung zu tun!?
Schließlich war das vorher auch schon so.

Herbst 1995 entschloß ich mich im ca. fünften Anlauf, nun endlich an einer Selbsthilfegruppe „junge Tumorpatienten“ in Heidelberg teilzunehmen, auf die ich durch einen Aushang im DKFZ Heidelberg aufmerksam geworden war.

Diese Gruppe war ca. ein Jahr alt und bestand aus ca. 8 bis 10 Mitgliedern mit unterschiedlichsten Tumoren. Schon nach kurzer Zeit in der Gruppe mußte ich feststellen, daß nahezu alle Teilnehmer eine Psychotherapie mit unterschiedlicher Intensität durchführten.

Zu Beginn war ich der Überzeugung, so etwas nicht nötig zu haben. Schließlich bin ich ein halbes Jahr später dann doch einmal zum Hausarzt und habe mich über die Möglichkeiten einer Psychotherapie informiert.

Nach vielen Telefonaten hatte ich dann endlich eine Therapeutin gefunden, die noch einen Termin frei hatte. Wir einigten uns auf einen zunächst zweiwöchigen Rhythmus, den wir nach 10 Monaten auf vierwöchig änderten.

Ich hatte sehr hohe Anforderungen gleichermaßen an andere und an mich gestellt. Eigentlich so hohe Anforderungen, daß sie kaum haltbar waren und das Wörtchen „N e i n“ konnte ich nicht aussprechen.

Gerade diese Eigenschaft wird in der Gesellschaft oftmals gnadenlos ausgenutzt und gefördert. Erst in der Psychotherapie wurde mir bewußt, daß ich eigentlich mit mir selbst unzufrieden war.

Ich hatte verlernt, auf meine eigenen Körpersignale zu achten, ich hatte festgestellt, daß nicht immer die anderen ungeschickt oder unbequem sind, sondern daß ich viel zu hohe Anforderungen stellte, daß die Ursache meiner Unzufriedenheit bei mir lag.

Dieser Lernprozeß ist nicht einfach und langwierig. Es gab so manche Stunde in der Psychotherapie, wonach ich damit aufhören wollte. Aber da muß man hindurch wollen.

Es mag verrückt klingen, aber heute kann ich mit Gewißheit sagen: Dank meiner Krankheit habe ich die Psychotherapie gemacht und mein Leben hat eine Qualität bekommen, die es noch nie hatte.

Obwohl ich als unheilbar gelte, fühle ich mich sehr gut. So gut, daß ich mir sicher bin, noch mindestens zehn Jahre zu leben. Wer weiß schon, was in zehn Jahren ist?

Niemand.

Wenn ich jedes Jahr an meinem Geburtstag mich so fühle, daß ich noch mindestens zehn Jahre lebe, dann kann ich auch noch hundert Jahre alt werden. Aber das ist nicht mein Ziel.

Mir reichen zunächst die nächsten zehn Jahre, und dafür lautet mein Ziel: Das beste aus meinem Leben zu machen, Zeit für die Familie zu haben, Zeit für mich. Anderen zu helfen, die ähnliche Erkrankungen haben.
Im Beruf zurückzustecken. Was nützt eine Karriere, die zwar viel Geld bringt, aber auch viel meiner kostbaren Zeit kostet. So leben, daß es Spaß macht und nicht krampfhaft überlegen, was in 10 Jahren wohl sein wird.
* 1967, männlich | Anmelden bzw. neues Benutzerkonto einrichten | 0 Kommentare
Wir sind nicht verantwortlich für Kommentare unserer Benutzer
 

| Allgemeine Nutzungsbedingungen | Datenschutzhinweis | Impressum
Diese WebSite wurde mit PostNuke erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erhältlich.

Website powered by PostNuke PHP Language Powered by PHPEdit Best viewed with OpenEyes Get Firefox!

Bad Behavior has blocked 1 access attempts in the last 7 days.

 
Registrierung
Page created in 3,0526628494263 seconds.