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* 1958, weiblich             
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admin
02.11.2004, 09:50 Uhr
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Am 25.04.1987 zeigte ich den Knoten am Hals dem Hausarzt, der mich zur Biopsie im Kantonsspital Frauenfeld anmeldete. Am 18.04.1987 trat ich zur Untersuchung ins Spital ein. Mir wurde 24.06.1987 ein metasierendes meduläres Schilddrüsenkarzionom entfernt. Es wurde mir damals nur ein Teil der Schilddrüsen entfernt. Viel später erklärte mir ein Spzialist in einem anderen Krankenhaus, dass das ein Fehler gewesen sei. Man hätte mir so bald man wusste, dass es sich um ein meduläres Schilddrüsenkarzinom handelt die ganze Schilddrüse entfernen müssen.
Am 18.07.1987 reiste ich, zusammen mit meiner Mutter, im Einverständnis mit den Ärzten, im Auto in den Urlaub nach Italien. Das war einer der schönsten Urlaube, die ich je mit meiner Familie verlebte. Es waren Badeferien an eine See in Oberitalien. Unmittelbar nach dem Urlaub ging ich, mit Einverständnis meines Hausarztes, wieder zu erst für ca. 14 Tage halbtags und dann wieder 100% arbeiten.
Am 18.11.1987 musste ich ein weiteres Mal ins Spital eintreten. Dort wurden mir Metastasen entfernt. Die Operation viel kleiner aus, als ursprünglich geplant. Man entschied sich die im CT als metastasenverdächtig erscheinenden Stellen nicht zu entfernen.
Am 11.12.1987 trat ich, auf Anraten von Professor ***, in eine anthroposophischen Privatklinik ein und lernte mein Ärztin kennen. Seit dieser Zeit mache ich mir auch regelmässig Mistelpräparatinjektionen. In dieser Klinik herscht eine sehr spezielle Atmosphäre. Sie war mir zu ruhig und daher eine Belastung für mich. Man wurde dann in der therapiefreien und veranstaltungsfreien Zeit nicht von der Krankheit und der damit verbundenen Angst, abgelenkt. Die meisten Patienten schätzen diese Atmosphäre. Ich hatte psychische Schwierigkeiten damit. Ich war damals noch viel weniger in der Lage mit psychisch belastenden Situationen um zu gehen und brauchte daher wesentlich mehr Betreuung auf psychischem Gebiet, als die anderen Patienten.Das hat einen Zusammenhang mit meinem Aspergersyndrom und auch damit, dass ich das einfach noch nicht gelernt hatte und ist jetzt viel besser.
In dieser Klinik werden, neben den Medikamenten, Bädern, Krankengymnastik, rhythmischen Massagen, Wickeln, auch verschiedene künstlerische Therapien, wie z.B. Musiktherapie, Malen, Plastizieren, Heileurytmie, Biographiearbeit (diese Therapeutin hatte zu meiner Zeit Ferien). An verschieden Abenden wurden Vorträge und vorwiegend klassische Konzerte, so wie Theater und Eurytmieaufführungen (alles live und eventuell durch Dia unterstützt) veranstaltet. Das vegetarische Essen war hervorragend.
In der Therapie freien Zeit wurde ich von meinen ehemaligen Lehrern mehrmals besucht. Wir machten auch Ausflüge in die Umgebung. So besuchten wir auch den Zoo in der Stadt. Ich ging auch öfter's ins Dorf. Dort ging ich dann ins Kaffeehaus. Die Ablenkung vom Klinikalltag war eine Wohltat für mich. An den Adventssonntagen führte das Personal für die Patienten, so viel ich mich erinnere, an dem einen Sonntag das Paradeisspiel und am anderen Sonntag das Christgeburtsspiel auf. Über Weihnacht war ich für ein bis zwei Tage zu Hause. Dafür erlebte ich einen wunderschönen Sylvester in der Klinik. Da gab es eine indische Reistafel als Kandelligtdiner und anschliessend ein Vortrag, klassische Lifemusik mit anschliessendem Bleigiessen.
Die Anwendungen, die Medikamente, das Personal, die verschiedenen Vorträge und künstlerischen Veranstaltungen und die Räumlichkeiten waren eine Wohltat.
Die Medien Radio und Fernsehen fehlten ganz um in der Klinik auch eine Atmosphäre der Stille und der Besinnung zu ermöglichen. Bücher und Zeitungen standen den Patienten jedoch in den Aufenthaltsräumen jeder Zeit zur Verfügung. Ich denke hier an den Bewegungsmangel und an die Phantasiearmut vieler Leute. Diese These sollte meiner Meinung nach noch durch neutrale Wissenschaftliche Studien untersucht werden. In dieser Klinik wurde mir auch vorgeschlagen, dass ich mindestens ein ganzes Jahr nur 50% arbeiten sollte. Dagegen habe ich mich rigoros gewehrt. Mein Ziel war wieder 100% zu arbeiten, denn ich hatte keine Verpflichtungen im Haushalt.
Vor den ersten beiden Operationen und der Nachbehandlung in dieser Privatklinik hatte ich panische Angst. Auch nach dieser Hospitalisation ging ich, von Mitte Januar an, nach dem ich auch noch eine starke Erkältung auskuriert hatte, wieder zu erst ca. 14 Tage halbtags und dann wieder 100% arbeiten.
Da immer wieder kleine Metastasen auftraten, musste ich schon mehrere Male am Hals operiert werden. Der Krebs ist zum Glück auf den Hals begrenzt geblieben. Nun muss ich in regelmässigen Abständen zur ärztlichen Kontrolle und entsprechende Medikamente einnehmen und spritzen. Wegen einem grossen Myom musste mir auch die Gebärmutter entfernt werden.
Ich arbeitete in einer Textilfirma und wollte meinen Arbeitsplatz wechseln.
Die Vorstellung beim Personalchef, in der Firma *** am 11.12.1990 verlief zuversichtlich.
Am 06.03.1991 besuchte ich zusammen mit Mutti und meinem Bruder die Firma *** um mit dem Personalchef ein Büropraktikum vor zu besprechen. Ich machte zu erst eine dreiwöchige Schnupperlehre (Antritt am 02.04.1991) und am 09.06.1991 unterzeichnete ich den auf ein Jahr begrenzten Lehrvertrag bei der ***.
Am 12.08.1991 hatte ich meinen ersten Arbeitstag bei der Firma *** in *** ein Büropraktikum von einem Jahr Dauer zu machen. Das Gespräche zwischen dem Personalchef und Herr Professor *** vom 21.10.1991 verlief erfolgreich.
Am 12.06.1992 erfuhren wir, in Anwesenheit von Herrn Professor ***, dass ich nicht in der *** bleiben kann.
Nach Ende dieses Lehrjahrs trat ich am 01.09.1992 beim "***" in *** ein. Im Büro-Bereich war jedoch leider zur Zeit kein Platz frei, so, dass ich der Näherei-Abteilung zugeteilt wurde.
Vor den Sommerferien 2003 mussten mir wieder einmal Krebsbefallene Lymphknoten aus dem Hals entfernt werden. Noch während des kurzen Spitalaufenthaltes wurde mir, da man unter dem Brustbein ein ca. 3 cm grossen Tumor fand, die Bestrahlung des Halses vorgeschlagen. Eine Woche nach dem Ende des Spitalaufenthaltes ging ich bereits wieder arbeiten. Da es nur noch eine Woche bis zu den Ferien dauerte arbeitete ich wieder voll (75%). Als ich das meiner Ärztin erzählte war diese zu erst über meinen Beschluss entsetzt und hatte aber schon im selben Gespräch wieder für mein Entscheid Verständnis gezeigt.
In der ca. 2 bis 3 Monate langen Wartezeit liess ich mich gesund schreiben, arbeitete und verreiste auch, in den Betriebsferien, für einige Tage nach Wien.
Da ich von meinem Vater wusste welche Nebenwirkungen eine solche Bestrahlung hat, wehrte ich mich, nach Anhörung des Strahlentherapeuten, dagegen und setzte die Anhörung einer Zweitmeinung durch. Die Adresse vom nächsten Kopf-Hals-Tumor-Zentrum wurde von meiner Ärztin als Weltklasseadresse an uns weiter gegeben.
Ich stellte mich dort, nach den Sommerferien, bei dem Hals-Nasen-Ohrenarzt vor. Ca 14 Tage bis 3 Wochen später erhielt ich die Antwort, das der Tumor unter dem Brustbein liege und es müsse noch vor der Entfernung eine Szintigraphie und eine Laparoskopie (zur Leberspiegelung) zu machen sei. Ich konnte dann am 22.09.03 ins Spital eintreten. Bereits am ersten Tag wurden die ersten Szintigraphieaufnahmen, mit einem radioaktiven Kontrastmittel, gemacht. Ich wurde bereits am 24.09.03 operiert. In der selben Narkose wurde zu erst die Laparoskopie durchgeführt. Dabei wurde mittels Biopsie ein gutartiges Gallengangsadenom mit atypischen morphologischen Arealen diagnostiziert.
Diese Untersuchungen wurden durchgeführt, da man vor der grossen Operation sicher sein wollte, dass ich keine Fernmetastasen den medullären Schilddrüsenkarzinoms habe. Wenn ich Fernmetastasen gehabt hätte wäre die grosse Operation nicht durchgeführt worden.
Nach der grossen Operation, bei der auch der obere Bereich des Brustbeines gespalten werden musste erwachte ich nicht auf der Intensivstation, sondern in einem Aufwachzimmer. Ich lag mit erhöhtem Oberkörper im Bett, was für mich noch für einige Wochen wegen der Beschwerden, nötig war. Einige Zeit später wurde ich, bereits am Operationstag auf das Zimmer gebracht. Mir wurde bereits vor der Operation gesagt, dass ich grosse Schmerzen haben werde, was dann leider auch stimmte. Die Schmerzen halten wahrscheinlich noch den ganzen November an.
Ich konnte, nach meiner Erinnerung, bereits am Abend des Operationstages auf den Bettrand sitzen. Zu trinken bekam ich bereits am Operationstag. Ich trank sehr viel Mineralwasser ohne Kohlensäure, da ich viel Flüssigkeit brauchte um den Schleim ab zu husten. Ich hatte einen Urinkatheder und eine Infusion mit Flüssigkeit und einem speziellen System mit dem ich mir selber, bei Bedarf Morphium zuführen konnte Bereits am Tag nach der Operation, konnte ich, ob wohl es mir nicht so wohl war, einige Stunden auf dem Sessel neben dem Bett verbringen.
Ich konnte zum Frühstück bereits, auf dem Bettrand sitzend, Zwieback essen, den ich im Kaffee einweichte. Die anderen Mahlzeiten erhielt ich bereits weiche Normalkost. Erstaunlicher Weise brauchte ich schon von Anfang an kaum Hilfe zum Aufstehen und Herumgehen. Es war der 25.09.03, mein Geburtstag, ich erhielt von verschiedenen Leuten Post und wurde von Mutti, B. und P. besucht. Leider war ich nicht in der Lage meinen Besuchern auf die Fragen eine anständige Antwort zu geben, denn es war mir nicht wohl. Die Besucher kamen zu kurz nach dem Mittagessen, so dass ich keine Zeit für einen Mittagschlaf hatte. Auch am 2. Tag nach de Operation war mir nicht sonderlich wohl, aber es besserte langsam.
Bereits am Samstag nach der Operation war ich in der Lage Kreuzworträtsel zu lösen und, nach dem ich von dem Katheder befreit wurde, konnte ich im Flur herumspazieren, was sogar sehr erwünscht war. Nach dem man mich auch, gegen Abend, von der Infusion befreite, konnte ich bereits am Kiosk Klatschhefte kaufen.
Erstaunlicher Weise konnte ich bereits alle Handgriffe selber ausführen, sogar Sachen durfte ich ohne Gewichtseinschränkung heben und tragen, was mich sehr erstaunte.
Zum Glück war ich psychisch gut beieinander. Ich konnte mich konsentrieren und war somit in der Lage zu lesen und auch Scherze zu machen. Bereits am darauf folgenden Sonntag konnte ich die Cafeteria aufsuchen. Am Montag wurde ich vom Personal sogar zu einem Spaziergang im Spitalpark aufgefordert. Diese Gelegenheit benutzte ich gerne.
Als ich das meinem Bruder erzählte kam er zum Staunen nicht mehr heraus. Ich durfte auch vom Sonntag an wieder duschen. Ich konnte auch bereits wieder Treppen steigen, das machte ich vom Montag an.
Nun kommt Etwas das meine Ärztin sicherlich in Erstaunen versetzen wird. Ich fragte nach der Operation einen der behandelnden Ärzte nach der Dauer meiner Arbeitsunfähigkeit. Er antwortete in etwa: "Sie werden 10 Tage nach der Spitalentlassung, das heisst wenn die Fäden entfernt wurden, die Arbeit wieder auf nehmen können." Da ich grosse Schmerzen hatte war das auch mir zu kurz. Ich selber, oder meine Schwägerin, in meinem Auftrag, beantragten die Verordnung einer Kur in der erwähnten Klinik.
Der Arzt meinte in Etwa: "Ihnen zu liebe verordne ich noch 10 Tage, aber es wäre nicht nötig." Als ich einige Tage in der Klinik weilte beantragte ich, in Absprache mit der Schwägerin, selber ein Verlängerung um nochmals 10 Tage. Nun beobachten Sie, dass ich mich, bei Bedarf, auch gegen zu kurzes Krankschreiben wehre.
Acht Tage nach der Operation, einem Donnerstag, brachte man mich mit dem PKW direkt nach ins Hochgebirge, für eine Nacht zu meiner Schwester. Da ich flach liegen musste schlief ich in dieser Nacht kaum. Am anderen Tag, es war ein Freitag, wurde ich in die Höhenklinik gebracht. Dort verbrachte ich das Wocenende im Haus. Fast den ganze Samstagnachmittag schlief ich.
Ich erhielt dort folgende Therapien:
Aktiv: Medizinische Trainingstherapie, Atemschulung, Entspannung, Wandern, Massage und Körperarbeit.
Passiv: Tramaltropfen, Dafalgan, Eltrxin und die von der Ärztin verordneten anthroposophischen Medikamente. Medizinische Trainingstherapie besteht aus Kraft- und Ausdauerübungen in einem Fitnesszentrum (an Kraftmaschinen).
Die Wanderungen wurden auf den öffentlichen Wanderwegen, mit Begleitperson die mit einem schweren Notfallrucksack ausgerüstet war, durchgeführt. Körperarbeit ist eine Art von Wahrnehmungsschulung und leichter Krankengymnastik. Ich bin eine Person, die normaler weise sehr spät am Abend zu Bett geht. Während der Spitalaufenthalte war ich häufig bereit um 20 bis 21 Uhr im Bett und las noch bis ca. 22.00 Uhr, da ich dann meine Nachtmedikamente gegen die Schmerzen nehmen musste.
In der Höhenklinik ist es so selbstverständlich dass mobile Patienten in der Therapiefreien Zeit das Klinikareal verlassen dürfen, dass diese bereits bei Eintritt die Gästekarte des Ortes erhalten.
Leider ist diese Klinik mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar, so dass unter der Woche ein Shuttlebus eingerichtet wurde. Am Sonntag ist man auf Besucher oder das Taxi angewiesen. Es gab auch eine Spitalcafeteria. Dort waren auch Spiele vorhanden, so dass ich dort wieder einmal Puzzles zusammensetzen konnte, die dann liegen lassen konnte. Meine Schwester kam mich einige Male mit ihrer Tochter und ihrem Partner besuchen oder auch zu einem Ausflug an den See und zu sich nach Hause abholen.
Für die Patienten war auch eine Internetstation vorhanden, die ich gelegentlich benutzte. So konnte ich wenigsten im reduzierten Umfang mein Mailverkehr aufrecht erhalten.
Während der Spitalaufenthalte benutzte ich die elektronischen Medien Radio und Fernsehen wenig. Ich sah mir jedoch bereits einen Tag nach der OP einen Tierfilm an. Im Gesamten sah ich während der ganzen Zeit wahrscheinlich lediglich 10 Fernsehsendungen. Etwa gleich oft hörte ich auf meinem Walkman Musik Cd’s.
Am Samstag, den 25.10.03 wurde ich nach Hause gebracht. Ich verbrachte noch eine Woche zu Hause. Am Montag, den 03.11.03, ging ich wieder vorerst den halben Tag arbeiten. Am Nachmittag machte ich dann entweder einen Spaziergang oder ging ins Fitnessstudio. Nachher legte ich mich fast immer schlafen (verspäteter Mittagsschlaf). Während der Woche packte ich die Koffer aus und wusch meine Wäsche. Leider bin ich noch rasch ermüdbar und habe immer noch Schmerzen. Am Donnerstag, den 06.11.03, muss ich um 08.00 Uhr in der *** beim Zahnarzt sein.
Am 12.11.03 war ich zur ersten Nachkontrolle. Die Ärztin war mit mir zufrieden. Wir beschlossen die Kontrolle des Tumormarkers und für den Falle eines Wiederauftretens wurde eine spezielle Hormontherapie ins Auge gefasst. Man würde dann in der Nuklearmedizin mir ein Hormon, an das eine radioaktive Substanz gekoppelt ist, spritzen. Diese Art der Bestrahlungstherapie ist auch sehr gut verträglich. Nun sind die rasche Ermüdbarkeit und die Schmerzen zeitweise fast weg.
22.11.03 In der Nacht zu heute erwachte ich ca. um 4 Uhr und konnte dann nicht mehr schlafen. Meine Gedanken wandern dann in der ganzen Welt herum und kreisen vor allem um Dinge, die mich aufregen. Dann schwatze ich leider oft laut vor mich hin und das stört dann manchmal meine Mitbewohnerin.
26.11.03 Seit dem 24.11.03 arbeite ich wieder im normalen Rhythmus. Ich wurde vom Hausarzt 100% arbeitsfähig geschrieben. Leider bin ich noch immer auf 1 Dafalgan und 15 Tramaltropfen vor dem Schlafen gehen angewiesen. Unter der Wirkung dieser Medikamente sind die Beschwerden meistens fast gut. Das Schmerzmittelmanagement überliess der Hausarzt mir, was ich für angemessen halte.
Ich beginne die Arbeit seit letzter Woche jeden Morgen ohne Schmerzmedikation um zu beobachten wie es mit der Heilung steht. Leider musste ich heute 2 Dafalganbrausetabletten nehmen. Mein normaler Arbeitsrhythmus ist: Montag und Dienstag und Freitag: 7.50 Uhr bis 12.00 Uhr,
13.00 Uhr bis 15.00 Uhr, Mittwoch: 7.50 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr und Donnerstag: 07.50 Uhr bis 12.00 Uhr mit jeweils am Morgen und am Nachmittag einer 1/4 Stunde Pause. Dies weil ich teilzeitlich 75% arbeite und am Mittwoch in Romanshorn turnen gehe. Da ich mich jedoch im Themenkreis Autismus und Krebs weiterbilden möchte strebe ich eine Veränderung der Arbeitszeit auf Montag und Mittwoch: 07.50 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 17.00 Uhr und Dienstag, Donnerstag und Freitag 07.50 Uhr bis 12.00 Uhr, das bedeutet auf 70%, an.
An den letzten Tagen der ersten normalen Arbeitswoche waren die Beschwerden so stark, dass ich mir überlegte, ob ich beim Hausarzt nochmals eine Woche 50% beantragen sollte. Ich machte es nicht und liess darauf ankommen. Schliesslich wusste ich auch, dass ich am 03.12.03 und am 04.12.03 ins Spital zum Szintigramm kommen musste. Die Vorladung habe ich in der Vorwoche erhalten. Ich hatte schon ein bisschen den Bammel vor diesem unerwateten Termin, denn ursprünglich wurde die nächste Kontrolle auf den Februar vereinbart. Der Grund war einfach der, dass man sicher sein wollte, dass man nichts übersah, wurde mir erklärt. Ich wurde unerwarteter Weise vom Spital auf den 03.12.03 und für die 2. Aufnahmen 04.12.03, jeweils um 09.30 Uhr und am ersten Tag um ca. 15.45 Uhr für die radioaktiv markierte Spritze und die beiden Aufnahmentermine, zu einem Octreotidszinti und der Kontrolle meines Calzitoninspiegels eingeladen.
Diese Einladung machte mir, ob wohl es vom Verstand her unbegründet war, schon etwas Angst.
Ich teilte dies per Mail meiner dortigen Ärztin mit und konnte mit ihr vereinbaren, dass ich sie am Donnerstag, nach der Blutentnahme, in der endokrinologischen Poliklinik noch treffen kann. Ich erhielt die nötigen Bewilligungen am Arbeitsplatz zu fehlen problemlos. Der Nuklearmediziner erklärte mir folgendes: Die Untersuchung dient dazu abzuklären ob für mich eine spezielle Bestrahlungsform in Frage käme. Man würde schauen ob noch Resttumorgewebe sichtbar vorhanden sei oder nicht. Sollte noch Resttumorgewebe sichtbar sein, käme es auf die Menge an, zu entscheiden was man macht, ob man einfach nur weiter beobachtet und zuwartet, ob man diese Behandlung macht, oder ob man mich noch einmal operiert.
Bei dieser Bestrahlungsart würde man mir die selbe Substanz wie bei der Untersuchung, jedoch wesentlich stärker radioaktiv markiert, injizieren. Diese Behandlung würde stationär vorgenommen. Ich wäre dann ca. 2 bis 4 Tage im Krankenhaus. Ins Gesamt wäre ich 2 mal ca. eine Woche krank geschrieben, denn diese Behandlung würde 2 mal durchgeführt. Sie hätte den Nachteil, dass die Nieren ebenfalls mitbestrahlt würden.
Es könnte sein, dass meine Nierenwerte nachher schlechter würden. Sie müssten dann, da sich die Nieren, als sehr empfindliches Organ, kaum regenerieren können lebenslänglich überwacht werden. Ein Nierenschaden wäre wahrscheinlich unheilbar. Um die Nieren so gut wie möglich zu schonen hätte ich während der Behandlung eine Infusion. Mein Krebsleiden könne auch mit dieser Behandlung nicht geheilt werden. Das Ziel sei den Tumor unter Kontrolle zu halten. Es sei immer ein Abwägen von was ich (die Patientin) am meisten profitieren würde. Ich vereinbarte mit ihm dass er nach den Beratungen von nächster Woche, falls eine Therapie in Frage käme, mit meiner Schwägerin Kontakt aufnehmen soll.
06.12.03 In der Zwischenzeit konnte ich den Schmerzmittelverbrauch auf 1 bis 3 (selten) Gramm Dafalgan reduzieren. Ich halbiere jetzt die Brausetabletten fast immer. Heute jedoch, nach einer Woche mit Montag, Dienstag und Freitag normaler Arbeit, Mittwoch und Donnerstag jeweils um 09.30 Uhr Arzttermin im Spital, Montagabend Mieterverbandvorstandsitzung und Freitagabend Personalfest habe ich wieder so starke Narbenschmerzen, dass ich 2 bis 3 Gramm Dafalgan benötige und mich mehrmals zwischendurch kurz hinlegen musste.
Ich hatte diese Woche auch keine Zeit fürs Fitnesszentrum. Ich fragte meine Ärzte: Was könnte die Ursache dieser Beschwerden sein und welche Möglichkeiten zur Therapie gibt es? Gibt es irgend welche Möglichkeiten der Physiotherapie?
07.12.03 Die Narbe tat gestern vor allem unter der rechten Brustdrüse weh. Es fühlte sich wie eine Entzündung an. Diese Beschwerden sind heute um Welten besser. Seit den 500 Milligramm Dafalgan von 02.30 Uhr (Ich war vor dem Fernseher eingeschlafen.) nahm ich keine Schmerzmittel mehr und spürte die Beschwerden erst gegen Abend wieder ein wenig.
08.12.03 Seit meiner Operation habe ich immer mehr oder weniger ein Gefühl im Hals als hätte ich Luft geschluckt, die ich nicht rausrülpsen kann. Es ist manchmal sehr unangenehm und gibt mir das Gefühl einer Blähung auch im Bauch.
09.12.03 Heute war mein erster Tag seit der Operation ohne Schmerzmittel.
11.12.03 Heute habe ich den Moralisch, weil es mir nicht gelang eine tolle Sylvesterparty zu organisieren. Ich versuchte auf diesen Sylvester eine Party mit ca. 15 Gästen im privaten Rahmen zu organisieren. Ich versuchte das schon in anderen Jahren. Mir haben immer alle Leute einfach starr abgesagt. Die Begründungen waren häufig sehr fadenscheinig. Wäre ich bei meiner Mutter so wären wir lediglich zwei Personen, was eine grosse Konfliktgefahr bedeutet.
Es würde dann ausschliesslich Fernsehen geschaut und ausser dem läuft dann auch zu wenig und die Zubereitung eines Festessens lohnt sich kaum, da meine Mutter eine sehr kleine Esserin ist. Seit Jahre bin ich am Sylvester immer irgendwo auswärts. Und diese Jahr ist sowieso sehr deplaziert. Ich wollte an diesem Datum aus Anlass meiner überstandenen Operation ein grösseres Fest im privaten Rahmen machen. Dass ich nun sogar dieses Anlass in der Anonymität einer Reisegesellschaft feiern muss enttäuscht mich sehr.
Ich habe mich dann zu einer Abendsylvesterfahrt ins benachbarte Ausland angemeldet. Auf dieser Fahrt werde ich, nach dem festlichen Nachtessen der Gesellschaft aus Anlass der überstandenen OP einen Kaffee spendieren und sie zu einer Spende an die Krebsliga aufrufen. Leider kommt kein einziges Familienmitglied mit.
14.12.03 Heute tat es mir wieder zeitweise unter der rechten Brust so weh, dass ich ins Gesamt ca. 1 bis 1,5 Gramm Dafalgan nahm.
15.12.03 Ich habe im mittleren Brustbeinbereich Beschwerden.
16.12.03 Am Morgen verspürte ich Enge im Halsbereich.
17.12.03 Heute musste ich 500 mg Dafalgan einnehmen.
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