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Allgemeine Informationen zum Thema C-Zell-Karzinom(930 Worte insgesamt im Text) (586 Aufrufe) 
Die Zellen unseres Körpers entstehen ständig neu. Sie wachsen kontrolliert und nur in dem Ausmaß, in dem sie benötigt werden. Krebszellen entstehen aus Körperzellen, die jedoch völlig unkontrolliert wachsen.
Sie vermehren sich ohne Rücksicht auf den Organismus, in dem sie leben, und ohne für diesen nützlich zu sein.
Sie sind nicht mehr Teile eines funktionstüchtigen Zellverbandes.
Im Unterschied zu gutartigen Tumoren, die sich ebenfalls durch
vermehrtes Zellwachstum von normalem Gewebe unterscheiden, den
Organismus jedoch nur eingeschränkt beeinträchtigen, bleiben
Krebsgeschwülste nicht von ihrer Umgebung abgegrenzt.
Die Krebszellen wachsen
zwar zunächst nur an ihrem Enstehungsort, wuchern dann aber in das
umgebende Gewebe hinein und zerstören es.
Später werden sie über Blut
und Lymphbahnen an andere Orte des Körpers transportiert und beginnen
dort als Tochtergeschwulst (Metastasen) wiederum ein unkontrolliertes
Wachstum.
Feingeweblich betrachtet
ist die Schilddrüse aus zahlreichen kleinen Läppchen, die aus Follikeln
bestehen, aufgebaut.
In den Follikeln wird das Schilddrüsenhormon gebildet und, an ein
Protein (Thyreoglobulin) gebunden, gespeichert.
Im Bindegewebe zwischen den Follikeln sind einzelne Zellen und
Zellgruppen eingestreut, die C-Zellen genannt werden.
Die C-Zellen und die Ephitelkörperchen regeln gemeinsam den
Kalziumstoffwechsel. Von diesen C-Zellen kann ein seltener Tumor seinen
Ausgang nehmen: das medulläre Schilddrüsenkarzinom. (C-Zell-Karzinom).
Anfänglich ist der Tumor
klein, wird er jedoch nicht entfernt, kommt es, ähnlich wie bei anderen
Krebsarten, zu einer Ausbreitung außerhalb der Schilddrüse in
Lymphknoten und andere Organe.
Patienten mit einer
Frühform des medullären Schilddrüsenkarzinoms haben keine Beschwerden,
die auf einen Tumor hinweisen könnten.
Patienten mit großen Tumoren können Durchfälle entwickeln. Wächst der
Tumor in Organe wie Leber, Knochen oder Lunge, kann die normale
Funktion dieser Organe beeinträchtigt sein.
Die Behandlung des medullären Schilddrüsenkarzinoms besteht in der operativen Entfernung der gesamten Schilddrüse.
Wie es einem Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom ergeht,
hängt davon ab, wie frühzeitig der Tumor festgestellt wurde und ob er
sich bereits über die Schilddrüse hinaus ausgedehnt hat.
Weitere Behandlungen können
bei Patienten mit Tumorausdehnung außerhalb der Schilddrüse notwendig
werden.
Für diese Patienten ist es wichtig, daß sie sich regelmäßig untersuchen
lassen, um die Notwendigkeit weiterer Behandlungen zu überprüfen .
Calcitonin wird auch bei Gesunden von den C-Zellen produziert und ins Blut abgegeben.
Nur wenn Calcitonin im Blut erhöht gemessen wird, muß die Diagnose
eines medullären Schilddrüsenkarzinoms in Betracht gezogen werden.
Ist die Anzahl der C-Zellen in der Schilddrüse erhöht, wie beim C-Zell
Karzinom, ist auch die Calcitoninkonzentration im Blut erhöht.
Die Empfindlichkeit der
Calcitoninmessung in der Diagnostik des medullären
Schilddrüsenkarzinoms kann durch einen Stimulations-Test verbessert
werden. Mit diesem Stimulationstest regt man die Freisetzung des
Hormons Calcitonin aus den C-Zellen an. Das Medikament das die C-Zellen
stimuliert, heißt Pentagastrin und wird durch die Vene gegeben.
Pentagastrin ist ein synthetisches (d. h. künstlich hergestelltes)
Hormon, welches einem Hormon, das normalerweise in der Darmwand
vorkommt, ähnlich ist.
Wird Pentagastrin alleine oder in Kombination mit Calcium in die Vene
verabreicht, kommt es sehr schnell zu einer Freisetzung von Calcitonin
aus den C-Zellen.
Zunächst wird nach Anlegen
einer kleinen Plastikkanüle Blut abgenommen, dann wird eine geringe
Menge Pentagastrin in die Vene injiziert, nach 2 und 5 Minuten wird
dann über die liegende Kanüle erneut Blut abgenommen.
Der gesamte Test dauert ca. 10 Minuten und kann ambulant durchgeführt
werden. Der Test ist sicher, d. h. es werden keine schwerwiegenden
Nebenwirkungen berichtet, bisher wurden sicherlich über 10.000 Tests
durchgeführt. Patienten, die Pentagastrin erhalten, können über 20 bis
30 Sekunden eine unangenehme Anspannung im Oberbauch verspüren,
gelegentlich kommt es zu Übelkeit, allgemeinem Wärmegefühl oder
Kribbeln in den Extremitäten.
All diese Symptome verschwinden 1 - 2 Minuten nach der Gabe von
Pentagastrin, sie sind jedoch mehr als unangenehm!
In den entnommenen
Blutproben wird später im Labor Calcitonin bestimmt. Wenn ein
überschiessender Anstieg des Calcitonins nach Pentagastrin nachweisbar
ist, liegt höchstwahrscheinlich eine C-Zell-Hyperplasie bzw. ein
kleines medulläres Schilddrüsenkarzinom in der Schilddrüse vor.
Der Test sollte nüchtern durchgeführt werden.
Die operative Entfernung
der gesamten Schilddrüse wird in Vollnarkose durchgeführt. Wird der
Eingriff von einem erfahrenen Chirurgen vorgenommen, ist das Risiko des
Eingriffes sehr gering. Zwei Komplikationen, die vorkommen können, sind
die Verletzung des/der Stimmbandnerven und die Schädigung der Funktion
der Nebenschilddrüsen.
Bei 1 bis 2 von 100 Patienten, bei denen die gesamte Schilddrüse
entfernt werden muß, kommt es zur Schädigung eines oder beider
Stimmbandnerven und es entwickelt sich eine vorübergehende oder
bleibende Heiserkeit.
Die Verletzung oder
Entfernung aller Nebenschilddrüsen führt zu einem erniedrigten Gehalt
von Calcium im Blut.
Das kann zu Gefühlsstörungen oder Kribbeln in Armen, Beinen und um den
Mund herum oder auch zu Muskelkrämpfen führen.
Glücklicherweise können diese Störungen des niedrigen Calciumgehaltes
im Blut durch die tägliche Einnahme von Vitamin D und Calcium gut
behandelt werden.
Wägt man das geringe Risiko
der Schilddrüsenoperation gegen die Risiken eines nicht entfernten
Schilddrüsenkrebses ab, ist die Entfernung der erkrankten Schilddrüse
fast immer die Entscheidung der Wahl.
Patienten, bei denen die gesamte Schilddrüse entfernt wurde, müssen
durch die tägliche Einnahme von Schilddrüsenhormontabletten die
Funktion der Schilddrüse ersetzen.
Die Verlaufskontrolle bei Tumorpatienten wird mit Hilfe des Hormons Calcitonin durchgeführt.
Es wird sowohl der Grundwert gemessen als auch der Anstieg nach einer
Stimulation mit Pentagastrin, das zu diesem Zweck intravenös
verabreicht wird.
Dies ist ein relativ unangenehmer Vorgang und wird anfänglich alle 6 Monate und später alle 12 Monate durchgeführt.
Ein Anstieg des Calcitoninspiegels im Blut weist auf einen neuen Herd
hin, der, wenn er lokalisiert werden kann, wiederum operativ entfernt
werden muss.
Wie bei allen Vertretern der Krebsfamilie gilt auch hier: Je eher dieses Karzinom erkannt wird, je früher operiert wird, um so besser stehen die Chancen, damit alt zu werden. Scheuen Sie sich nicht davor, sich rechtzeitig operieren zu lassen.
Fragen Sie vorher nach, wie oft solche Operationen in der Klinik Ihrer
Wahl durchgeführt werden und lassen Sie sich über die Risiken gründlich
aufklären! Im
Vergleich zu anderen Karzinomen erlaubt das medulläre Schilddrüsen
Karzinom eine günstige Prognose.
Bundesweit gibt es ca. 1.500 bis 2.000 registrierte Patienten. Jedes
Jahr kommen etwa 160 - 200 Patienten mit Neuerkrankungen hinzu. Etwa 25
% aller Erkrankungen haben einen familiären Ursprung, der Rest
entwickelt sich spontan.
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