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Allgemeine Informationen zum Thema C-Zell-Karzinom

(930 Worte insgesamt im Text)
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Die Zellen unseres Körpers entstehen ständig neu. Sie wachsen kontrolliert und nur in dem Ausmaß, in dem sie benötigt werden. Krebszellen entstehen aus Körperzellen, die jedoch völlig unkontrolliert wachsen.

Sie vermehren sich ohne Rücksicht auf den Organismus, in dem sie leben, und ohne für diesen nützlich zu sein. Sie sind nicht mehr Teile eines funktionstüchtigen Zellverbandes. Im Unterschied zu gutartigen Tumoren, die sich ebenfalls durch vermehrtes Zellwachstum von normalem Gewebe unterscheiden, den Organismus jedoch nur eingeschränkt beeinträchtigen, bleiben Krebsgeschwülste nicht von ihrer Umgebung abgegrenzt.

Die Krebszellen wachsen zwar zunächst nur an ihrem Enstehungsort, wuchern dann aber in das umgebende Gewebe hinein und zerstören es.

Später werden sie über Blut und Lymphbahnen an andere Orte des Körpers transportiert und beginnen dort als Tochtergeschwulst (Metastasen) wiederum ein unkontrolliertes Wachstum.

Feingeweblich betrachtet ist die Schilddrüse aus zahlreichen kleinen Läppchen, die aus Follikeln bestehen, aufgebaut. In den Follikeln wird das Schilddrüsenhormon gebildet und, an ein Protein (Thyreoglobulin) gebunden, gespeichert. Im Bindegewebe zwischen den Follikeln sind einzelne Zellen und Zellgruppen eingestreut, die C-Zellen genannt werden. Die C-Zellen und die Ephitelkörperchen regeln gemeinsam den Kalziumstoffwechsel. Von diesen C-Zellen kann ein seltener Tumor seinen Ausgang nehmen: das medulläre Schilddrüsenkarzinom. (C-Zell-Karzinom).

Anfänglich ist der Tumor klein, wird er jedoch nicht entfernt, kommt es, ähnlich wie bei anderen Krebsarten, zu einer Ausbreitung außerhalb der Schilddrüse in Lymphknoten und andere Organe.

Patienten mit einer Frühform des medullären Schilddrüsenkarzinoms haben keine Beschwerden, die auf einen Tumor hinweisen könnten. Patienten mit großen Tumoren können Durchfälle entwickeln. Wächst der Tumor in Organe wie Leber, Knochen oder Lunge, kann die normale Funktion dieser Organe beeinträchtigt sein. Die Behandlung des medullären Schilddrüsenkarzinoms besteht in der operativen Entfernung der gesamten Schilddrüse. Wie es einem Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom ergeht, hängt davon ab, wie frühzeitig der Tumor festgestellt wurde und ob er sich bereits über die Schilddrüse hinaus ausgedehnt hat.

Weitere Behandlungen können bei Patienten mit Tumorausdehnung außerhalb der Schilddrüse notwendig werden. Für diese Patienten ist es wichtig, daß sie sich regelmäßig untersuchen lassen, um die Notwendigkeit weiterer Behandlungen zu überprüfen .

Calcitonin wird auch bei Gesunden von den C-Zellen produziert und ins Blut abgegeben. Nur wenn Calcitonin im Blut erhöht gemessen wird, muß die Diagnose eines medullären Schilddrüsenkarzinoms in Betracht gezogen werden. Ist die Anzahl der C-Zellen in der Schilddrüse erhöht, wie beim C-Zell Karzinom, ist auch die Calcitoninkonzentration im Blut erhöht.

Die Empfindlichkeit der Calcitoninmessung in der Diagnostik des medullären Schilddrüsenkarzinoms kann durch einen Stimulations-Test verbessert werden. Mit diesem Stimulationstest regt man die Freisetzung des Hormons Calcitonin aus den C-Zellen an. Das Medikament das die C-Zellen stimuliert, heißt Pentagastrin und wird durch die Vene gegeben. Pentagastrin ist ein synthetisches (d. h. künstlich hergestelltes) Hormon, welches einem Hormon, das normalerweise in der Darmwand vorkommt, ähnlich ist. Wird Pentagastrin alleine oder in Kombination mit Calcium in die Vene verabreicht, kommt es sehr schnell zu einer Freisetzung von Calcitonin aus den C-Zellen.

Zunächst wird nach Anlegen einer kleinen Plastikkanüle Blut abgenommen, dann wird eine geringe Menge Pentagastrin in die Vene injiziert, nach 2 und 5 Minuten wird dann über die liegende Kanüle erneut Blut abgenommen. Der gesamte Test dauert ca. 10 Minuten und kann ambulant durchgeführt werden. Der Test ist sicher, d. h. es werden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet, bisher wurden sicherlich über 10.000 Tests durchgeführt. Patienten, die Pentagastrin erhalten, können über 20 bis 30 Sekunden eine unangenehme Anspannung im Oberbauch verspüren, gelegentlich kommt es zu Übelkeit, allgemeinem Wärmegefühl oder Kribbeln in den Extremitäten. All diese Symptome verschwinden 1 - 2 Minuten nach der Gabe von Pentagastrin, sie sind jedoch mehr als unangenehm!

In den entnommenen Blutproben wird später im Labor Calcitonin bestimmt. Wenn ein überschiessender Anstieg des Calcitonins nach Pentagastrin nachweisbar ist, liegt höchstwahrscheinlich eine C-Zell-Hyperplasie bzw. ein kleines medulläres Schilddrüsenkarzinom in der Schilddrüse vor. Der Test sollte nüchtern durchgeführt werden.

Die operative Entfernung der gesamten Schilddrüse wird in Vollnarkose durchgeführt. Wird der Eingriff von einem erfahrenen Chirurgen vorgenommen, ist das Risiko des Eingriffes sehr gering. Zwei Komplikationen, die vorkommen können, sind die Verletzung des/der Stimmbandnerven und die Schädigung der Funktion der Nebenschilddrüsen. Bei 1 bis 2 von 100 Patienten, bei denen die gesamte Schilddrüse entfernt werden muß, kommt es zur Schädigung eines oder beider Stimmbandnerven und es entwickelt sich eine vorübergehende oder bleibende Heiserkeit.

Die Verletzung oder Entfernung aller Nebenschilddrüsen führt zu einem erniedrigten Gehalt von Calcium im Blut. Das kann zu Gefühlsstörungen oder Kribbeln in Armen, Beinen und um den Mund herum oder auch zu Muskelkrämpfen führen. Glücklicherweise können diese Störungen des niedrigen Calciumgehaltes im Blut durch die tägliche Einnahme von Vitamin D und Calcium gut behandelt werden.

Wägt man das geringe Risiko der Schilddrüsenoperation gegen die Risiken eines nicht entfernten Schilddrüsenkrebses ab, ist die Entfernung der erkrankten Schilddrüse fast immer die Entscheidung der Wahl. Patienten, bei denen die gesamte Schilddrüse entfernt wurde, müssen durch die tägliche Einnahme von Schilddrüsenhormontabletten die Funktion der Schilddrüse ersetzen. Die Verlaufskontrolle bei Tumorpatienten wird mit Hilfe des Hormons Calcitonin durchgeführt. Es wird sowohl der Grundwert gemessen als auch der Anstieg nach einer Stimulation mit Pentagastrin, das zu diesem Zweck intravenös verabreicht wird. Dies ist ein relativ unangenehmer Vorgang und wird anfänglich alle 6 Monate und später alle 12 Monate durchgeführt. Ein Anstieg des Calcitoninspiegels im Blut weist auf einen neuen Herd hin, der, wenn er lokalisiert werden kann, wiederum operativ entfernt werden muss.

Wie bei allen Vertretern der Krebsfamilie gilt auch hier: Je eher dieses Karzinom erkannt wird, je früher operiert wird, um so besser stehen die Chancen, damit alt zu werden. Scheuen Sie sich nicht davor, sich rechtzeitig operieren zu lassen. Fragen Sie vorher nach, wie oft solche Operationen in der Klinik Ihrer Wahl durchgeführt werden und lassen Sie sich über die Risiken gründlich aufklären! Im Vergleich zu anderen Karzinomen erlaubt das medulläre Schilddrüsen Karzinom eine günstige Prognose. Bundesweit gibt es ca. 1.500 bis 2.000 registrierte Patienten. Jedes Jahr kommen etwa 160 - 200 Patienten mit Neuerkrankungen hinzu. Etwa 25 % aller Erkrankungen haben einen familiären Ursprung, der Rest entwickelt sich spontan.
 

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