C-Zell-Karzinom e.V.

Hilfe zur Selbsthilfe

Stimmverbesserung  Unten

  • Hallo,

    Letze Woche war ich in Hamburg am UKE wegen meiner Stimme. Die ist ja seit der Operation sehr leise und dünn, da der eine Stimmbandnerv durchtrennt werden musste und das linke Stimmband nun sehr weit von der Mitte wegsteht und das rechte Stimmband dadurch schecht daran kommt. Ich habe mich dort in HH also nach einer Stimmband-OP erkundigt, bzw hatte ein Beratungsgespräch dazu. Dort riet man mir zu einer "Thyreoplastik nach Isshiki zur Stimmlippenmedialisierung" , dabei wird ein Silikonblock eingesetzt und damit die Stimmlippe weiter in die Mitte gerückt. Ich möchte das gerne machen lassen. Jetzt hat mir mein HNO, bei dem ich erst nachträglich die Überweisung geholt habe, stark abgeraten von einem solchen Eingriff. Die Risiken einer OP, Entzündungen, Abstoßungsprozesse und und und... Ich bin jetz sehr verunsichert und wollte einfach mal hören, ob jemand hier im Forum schon mal von einer solchen OP gehört hat, bzw hat machen lassen...
    Ich weiß, wir haben (die meisten von uns) wichtigere Problemen als eine unzulängliche Stimme, aber auch das ist eine Sachen, die man doch in Angriff nehmen kann, wenn sich dadurch die Lebensqualität verbessert.
    Also dann, ich warte auf eure Antworten,
    liebe Grüße,
    Ulla
  • Hallo Ulla,
    sieh dir doch mal im SD Forum diesen Bericht an: Ein- und beidseitige Stimmbandlähmung (Recurrensparese) Vortrag Prof.Sittel.
    Du findest ihn unter: Bericht zum Herbsttreffen 2008 in Karlsruhe.
    Bis bald, viele Grüße
    Ingrid
  • Hallo Ulla!

    Ein Rezidiv hatte meinen Stimmbandnerv umschlungen. Er mußte im April 2008 entfernt werden. Seither habe ich eine einseitige Stimmbandlähmung. Nach 5 Monaten Logopädie erfuhr ich von meiner Logopädin von einer neuartigen Operationsmethode. Dabei wird Bauchfett entnommen und in das gelähmte Stimmband implantiert. Dadurch wird die Stimmritze geschlossen und man kann wieder kraftvoller reden, die Heiserkeit ist weg und man verschluckt sich nicht mehr.

    Ich habe die ambulante Operation im September 2008 bei Dr. Gerrit Wohlt in Berlin unter Vollnarkose durchführen lassen. Um 12:30h ging ich ins Martin-Luther-Krankenhaus. Dort hat Dr. Wohlt Belegbetten angemietet. Bereits um 16.00 h verließ ich das Krankenhaus wieder und rief sofort freudig Freunde und Verwandte an. Die Verbesserung war weltbewegend nach 5 Monaten Heiserkeit und Flüsterstimme! Meine Stimme ist jetzt nach 14 Monaten zwar vielleicht eine Oktave zu hoch, so richtig laut schreien geht natürlich nicht, aber die Leute verstehen mich jetzt auch wieder aus größerer Entfernung. Alle Leute, die meine heisere Stimme mitbekommen haben, sind sehr begeistert, dass ich nun wieder (fast) normal reden kann. Ich gehe auch wieder ans Telefon und hatte erst gestern stundenlange Gespräche, ohne dass mein Hals wie ein Reibeisen rauh wurde.

    Interessant ist, das die implantierten Fettzellen weiterleben. Abstoßungseffekte können nicht erfolgen, es ist ja körpereigenes Gewebe. Ich soll nur nicht extrem abnehmen, denn dann würden auch die Fettzellen im Stimmband abnehmen.

    Die OP kostete mit allem drum und dran ca. 5000 Euro. Meine Krankenkasse hat alles bezahlt (ich bin bei der DKV privat versichert). Ich hatte vor der OP nicht gefragt, ob die Kosten übernommen werden, zur Not hätte ich es aus eigener Tasche bezahlt, ich wollte es unbedingt! Wenn man sich nicht mehr verständigen kann, das ist übel. So langsam aber sicher grenzt man sich mit der Zeit selber aus und meidet die Kontakte.

    Also, falls Du es noch keine OP diesbezüglich hattest, diesen Weg kann ich jedem empfehlen, der eine einseitige Rekurrensparese erleiden musste. Die OP geht nur bei der einseitigen, jedoch (noch?) nicht bei beidseitiger Lähmung! Es ist völlig egal, wie lange die Lähmung schon besteht. So gab es Patienten, die schon 40 Jahre die Lähmung hatten und jetzt wieder ihre alte Stimme haben.

    Dr. Wohlt hatte diese OP in einem ca. 5-minütigem Fernsehbericht Quivve im Programm RBB vorgestellt. Hiervon gibt es eine CD, die man bei ihm anfordern kann. Man kann das Video aber auch im Internet ansehen. Ich habe keinen direkten Link, aber man geht auf seine Seite: www.stimmarzt.de, dann auf Operationen, dann auf Fettimplantation und dann auf "Login" (man muss sich aber gar nicht einloggen, diese Abfrage ist überflüssig). Im Video ist die Methode genau erklärt. Ich muss sagen, bei mir war es dann genauso wie im Bericht.

    Zu Dr. Wohlt gehen übrigens die ganzen Sänger hin. Bill Kaulitz und Sarah Conners waren u.a. bei ihm.

    Die Methode erfunden hat scheinbar ein Professor Nawka in der Uniklinik Greifswald, allerdings habe ich keine weiteren Infos hierzu.

    Gruß
    Systemspieler
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