C-Zell-Karzinom e.V.

Hilfe zur Selbsthilfe

OP Bericht / Jan. 2012 in Halle  Unten

  • Hallo zusammen,

    bin seit diesem Di aus der Klinik raus und es hat gleich mit der AHB geklappt. Möchte berichten, wie alles gelaufen ist.

    Habe es schließlich geschafft, infektfrei zu bleiben und hatte am 17.1. Aufnahmetag in der UKH. Da ich vorher schon mit ************ telefoniert hatte, habe ich tatsächlich kurzfristig einen OP Termin bekommen. Das Personal auf der Station war super nett und somit waren die Voruntersuchungen kein Problem. Den Stimmbandbefund hatte ich schon vorab machen lassen (bloß gut, denn die Spiegelung in der Klinik ist echt kein Spass). Nun wurden noch zig Blutwerte ermittelt und der Calcium-Stimulationstest gemacht. Letzterer war ausschlaggebend für das Ausmaß der OP. Die Werte lagen bei 430 basal (1340 nach 2 Min) und somit stand für den Prof fest, dass die ganzen LK entlang der Abflußbahnen raus müssen.

    Bin dann noch vom Stationsarzt über die diversen Risiken aufgeklärt und er machte auch die Ultraschalluntersuchung. Er fand meine SD eher unauffällig. Seine Aussagen deckten sich nicht ganz mit denen vom Prof. aber schließlich hatte ich mich für die Chefarztbehandlung entschieden. Nachdem ich noch beim Anästhesieteam war (das war eher eine Schnellabfertigung kurz vor Feierabend) hatte ich dann erstmal Ruhe ... bis abends als der Prof. im Zimmer stand und mir erklärte, dass er mich streng genommen gar nicht operieren sollte, weil meine Blutgerinnungswerte am unteren Ende des Normbereiches liegen. Er entschied sich aber noch für die OP, da ich schon 2 andere OPs hatte, die komplikationslos verlaufen waren.

    Abends gabs noch die Beruhigungspille (die ich jedem nur empfehlen kann). Früh noch eine Pille, duschen, dann Kurzauftritt des Prof. und 10 Min später ging der Express los in die OP Vorbereitung. Dort habe ich auch bald die Narkose bekommen und dann war die erste Aktion im Aufwachraum, mich zu übergeben. Arme Schwester - es passierte gut 6x in Abständen und ich bekam wohl jedes mal ein Medikament zur Besserung. Bin zwischendurch immer wieder eingepennt.

    Mein Mann bekam gegen 13 Uhr den Anruf vom Prof., dass die OP gut verlaufen ist. Aber ich war erst 18 Uhr auf meinem Zimmer und dort auch nicht wirklich ansprechbar. Habe meinen Mann heim geschickt - ich war völlig breit. Habe auch nur ansatzweise mitbekommen, was der Prof. zu uns gesagt hatte.

    Es war zwar alles komplikationslos verlaufen aber ich konnte nahezu nicht schlucken. Einmal tat der Kehlkopf verdammt weh und dann auch beide Seiten. Mit Schmerzmittel gings dann halbwegs. Später merkte ich, dass vor allem auf der linken Seite vom Ohr bis zum Brustbein die Haut taub ist. Von der Lagerung her hatte ich auch heftige Probleme mit Schulter und Brustkorb. Konnte nicht mehr tief atmen, war alles verspannt.

    Habe Physiotherapie bekommen, Inhalation, Voltaren Schmerzgel - laut Schwester hilft auch Zitrone lutschen oder Kaugummi kauen gegen Abflußprobleme der Speicheldrüsen. Auf Anfrage gibt es auch Kühlkissen - die ich gerne in den ersten Tagen gehabt hätte, wo mein Hals geschwollen war. Das habe ich aber erst später zufällig mitbekommen.

    Nach einer Woche wurde ich am 24.1. entlassen. Der neue Calcium-Stimulationstest ergab, dass das Calcitonin nun auf unter 2 gesunken ist. Der Prof. war happy (ich natürlich auch). Es bedeutet ja, dass man biochemisch als geheilt gilt. Der CEA Wert hat auf einmal nicht mehr interessiert. Er ist zwar gesunken (von 16 auf 9) aber noch deutlich erhöht. Das Abschlußgespräch fand überraschend telefonisch statt. Glücklicherweise hatte ich mir meine Fragen notiert und konnte sie noch stellen. Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich mich für Halle und die Chefarztbehandlung entschieden habe. ************ ist wirklich kompetent und schaut nach den Patienten. Er stand auch teils nach 20 Uhr kurz im Zimmer, um zu hören, wie es geht. Auch wenn er nicht der Gesprächigste ist, fand ich sein Interesse (er hätte ja auch nicht mehr kommen müssen, weil die normale Visite schon durch war) sehr nett.

    Was ich so mitbekommen habe in der Woche, ist er täglich im OP. Das waren ursprünglich meine Bedenken, weil oft die Chefs weniger operieren.
    Und wir hatten 2 Gäste von Griechenland und einer wurde aus dem Sudan erwartet. Etliche Patienten habe ich gesprochen, die ihre Erst-OP (nur Struma) irgendwo hatten und bei denen dann Krebs festgestellt wurde. Die wurden dann direkt innerhalb von 5 Tagen nach Halle zur Nach-OP geschickt. Bis auf einen einzigen Assistenzarzt war das ganze Team wirklich sehr nett und hilfsbereit. Egal mit welcher Frage ich kam, sie haben mir geholfen. Von den Sekretärinnen kann ich empfehlen, Frau Leiberich zu kontaktieren. Sie erklärt alles sehr genau und verständlich.

    Halle kann ich wirklich nur empfehlen und danke an Vera, die mich vorab so super mit Infos versorgt hat.

    So, ich hoffe, das hilft zukünftigen Patienten bei der Wahl des KH.
    Bei Fragen gerne auch eine PM

    liebe Grüße
    Bianca
  • 0 Benutzer

Diese Angaben basieren auf den Useraktivitäten der letzten 60 Minuten.