Bin etwas durch den Wind, Bekannte liegt im Sterben...
-
- Rang: Forenbewohner
- Registriert: 03. Nov 2004
- Letzter Besuch: 26. Okt 2011
- Beiträge: 856
Hallo Leute,
ach, seit gestern bin ich sehr traurig, habe gehört das es meiner Leidensgenossin in W. sehr schlecht geht!
Sie hatte Brustkrebs, hat viele Lebermetastasen mittlerweile!
Bis letztes Jahr gings ihr ganz gut, sie ist mir im Wald bei meinen Qigongübungen öfter übern Weg gelaufen, sie machte Nordic Walking.
Sie erzählte mir was sie alles gemacht und versucht hat, von Heilpraktikern von Heilern- was weiss ich alles.
Am besten konnte man ihr in Bad Mergentheim helfen, immer wieder wenn die Metastasen in der LEber verrückt gespielt haben- kriegten die die wieder "klein" (im wahrsten Sinne des Wortes)... Sie machte auf eigene Kosten einmal im Monat eine Hyperthermietherapie in diesem Bad M. ja und die Metastasen waren so gut wie verschwunden bis letztes Jahr im Oktober!
Ich hab gehört sie hat dann aufgehört und jetzt- gehts ihr total schlecht! Bauchwasser, eine riesige aufgeschwemmte Leber, Metastasen noch und nöcher wollen ihr jetzt ans Leben!
Es soll nur noch eine Frage der Zeit sein!
Ich frage mich- WARUM jetzt auf einmal, es ging ihr doch so gut!
WARUM....
Sie war eine der ersten nach meiner Diagnose die mir mit Rat und Tat zur Seite stand, sie brachte mir eine Kasette von Simonton, ein Büchlein von jemanden der den Krebs besiegt hat....sie konnte sich voll als ebenso Betroffene in mich hineindenken wie ich mich fühlte!
Und jetzt.......
Ach Verdammt.....
ich möchte helfen..... es geht aber nicht..... , ich hab Angst sie zu besuchen, sie zu sehen wie schlecht es ihr geht... ich krieg Panik wenn ich nur dran denke.... ich sehe meinen Vater vor mir.... er starb auch an Lebermetastasen, hatte einen aufgedunsenen Leib vom Bauchwasser, hatte gelbe Augen und gelbe Haut.... wurde von mir mit Morphium versorgt....
ich will sowas nicht nochmal sehen..... es geht nicht..... ich konnte auch in meiner Lehrzeit zur Krankenschwester nicht ohne Angstgefühle auf einer Bauchchirurgischen Station arbeiten, es war so schrecklich, überall sah ich VATER mit Metastasen im Bauch... ich war so froh als ich von dort wegkam!
Sie tut mir so leid...., sie kämpft so tapfer...., auch schon seit sechs Jahren....
macht und tut ..... das soll nun nicht mehr sein???
Verzeiht mein Gejammere
Gruss
Lydia
editiert von: kasey, 03.05.2006, 08:59 Uhr -
- Rang: Massenschreiber
- Registriert: 01. Nov 2004
- Letzter Besuch: 31. Jan 2007
- Beiträge: 634
Lydia,
das ist schon traurig und tragisch doch nach dem WARUM darf man glaube ich nicht fragen. Der Krebs ist heimtückisch und hinterlistig.
Wenn es eine gute Bekannte/Freundin ist dann spring über Deinen Schatten und statte ihr einen Besuch ab. Denke das aller schlimmste ist wenn man wirklich so verzweifelt kämpft und keiner ist da. Meine damit, dass die Menschen einen meiden vor Angst und Gram.
Ziehe Dir persönlich den Schuh nicht an, jeder Mensch nimmt einen anderen Weg.
Kopf hoch und vorwärts blicken.
Grüße
Sabine
Unsere Mühe kann selbst unser Schicksal besiegen.
(Römische Weisheit) -
- Rang: Vielschreiber
- Registriert: 02. Mär 2006
- Letzter Besuch: 30. Apr 2012
- Beiträge: 204
Hallo Lydia,
kann nur Sabines Zeilen bestätigen.Wenn du den Wunsch verspürst Sie zu besuchen,dann tu es.
Als damals meine Schwägerin pflegebedürftig war,sie hatte einen Gehirntumor und Schwiegermutter betreute sie bis zuletzt,konnte sich mein Mann absolut nicht durchringen seine Schwester mal zu füttern oder einfach nur mit ihr ein längeres Gespräch zu führen.Damals halfen wir alle zusammen,aber mein Mann hat sich da etwas abgekapselt.Jeder Mensch ist anders und er hat zu mir gesagt,das er das einfach nicht kann.
Höre auf dein inneres und tu das was du tun willst,aber zwinge es dir nicht auf.
In diesem Sinne wünsche ich für dich ,das du das tust,was du für dich richtig empfindest.
Gela -
- Rang: Creativer Schreiber
- Registriert: 04. Nov 2004
- Letzter Besuch: 15. Mai 2009
- Beiträge: 95
Liebe Lydia,
ich kan mich Gela auch nur anschliessen: gehe nur dorthin, wenn du meinst, du kannst es verkraften. Zwinge dich nicht dazu, mache nichts, wovon es dir schlechter geht. Du tust soviel gutes und sinnvolles hier im Forum und auch sonst hat der Austausch mit der Bekannten bestimmt nicht nur dir gut getan.
Liebe Grüße,
Ulla -
- Rang: Admin
- Registriert: 29. Okt 2004
- Letzter Besuch: 29. Jan 2012
- Beiträge: 543
Ich kann nur sagen geh hin Lydia...jetzt ist noch Zeit sich etwas zu sagen......vielleicht tut es ja Euch beiden gut....
Gruss, Admin aka Eberhard
-
- Rang: Creativer Schreiber
- Registriert: 01. Nov 2004
- Letzter Besuch: 20. Feb 2012
- Beiträge: 127
Hallo Lydia,
ich kann dich sehr gut verstehen.
Ende März habe ich eine Freundin aus unserer Regionalgruppe verloren. Im Dezember ging es ihr noch gut, im Januar war das Calzitonin rapide angestiegen und dann ging auf einmal alles sehr schnell.
Das Gefühl der Hilflosigkeit und machtlos zu sein ist schwer aus zu halten. Ich habe sie auch nicht mehr besucht, aber wir haben telefoniert und ich habe ihr geschrieben. Ich glaube, in dieser schweren Zeit ist es gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Es muss aber nicht der persönliche Besuch sein, ein Telefonat oder ein paar liebe Zeilen helfen auch.
Höre auf dein Inneres und entscheide dann, was für dich das Beste ist.
Frag nicht nach dem Warum. Alles hat seinen Sinn, auch wenn wir es im Moment nicht sehen und verstehen.
Ich wünsche dir Kraft für deine Endscheidung.
Sei herzlich umarmt, bis bald, liebe Grüße
Ingrid
-
- Rang: Gern Schreiber
- Registriert: 03. Mai 2006
- Letzter Besuch: 01. Jul 2007
- Beiträge: 74
Liebe Lydia,
wenn sie doch Deine Freundin ist, dann wird sie verstehen - egal wie Du dich verhälst! Man kann sich auch nahe sein, ohne dass man beieinander sitzt. Man kann sich auch per Telefon mit der Stimme "in die Arme nehmen" und auch gemeisam weinen ist ein Freundschaftsdienst. Rede mit ihr über Deine Sorgen, teil Dich ihr mit, verschließ Dich nicht.
Du bist nicht hilflos! Kleine Zeichen tun ihrer und Deiner Seele gut! Das kann ein Anruf sein, ein Geschenk oder Du lädst Dich bei ihr mit einem Kuchen zum Kaffee ein, oder ihr macht zusammen eine kleine Radtour, geht ins Kino oder Eis essen, geht Inliner-fahren oder geht einfach schweigend sparzieren. Reicht ja oft nur mal 1/2 Stunde, unverhofft, einfach so mal zwischendurch. Nichts planen, nur einfach mal machen. Nicht großartig anziehen, kämmen, schmincken, geht einfach los, nimm sie in den Arm, Glaub mir, dass ist Balsam für die Seele, für Euch beide!
Liebe Grüße
Deine Birgit
Ich weinte, weil ich keine Schuhe hatte.
Da traf ich auf einen, der keine Füße hatte. -
- Rang: Massenschreiber
- Registriert: 06. Nov 2004
- Letzter Besuch: 12. Apr 2007
- Beiträge: 382
Liebe Lydia
Ich kann den Vorgängern nur zustimmen.
Mit freundlichen Grüssen
Liselotte
Meduäres Schilddrüsenkarzinom, Aspergersyndrom, Übergewichtig, dunkelbraunes Haar, braune Augen, 167 cm grossäres -
- Rang: Forenbewohner
- Registriert: 03. Nov 2004
- Letzter Besuch: 26. Okt 2011
- Beiträge: 856
Hallo,
´tschuldigt das ich mich nicht eher gemeldet hab´! Ich war jetzt zwei Tage nicht am PC, nicht mal am gucken...., brauchte ich einfach, das Wetter ist so schön und wenn ich an der Kiste hocke komme ich ewig nicht weg davon, also hab´ich mich gezwungen nicht ranzugehen, nicht mal abends...
Danke für Eure lieben Worte, erschüttert hat mich Dein Bericht Ingrid, das schürt irgendwie ein bisschen die eigene Angst das es auf einmal schnell gehen könnte *schüttel*
Vielleicht schaffe ich es doch noch hinzugehen, oder ich telefoniere nur....
Irgendwas werd´ichs tun! Hoffentlich nicht zu spät...
Danke nochmal an Euch! Schönen Sonntag noch! Ich werde nun alles für einen einigermassen gemütlichen Sonntag vorbereiten (grillen im Hof).
Liebe Grüsse
Lydia
editiert von: kasey, 07.05.2006, 20:42 Uhr
- Moderiert von:
- admin
Benutzer online
- 0 Benutzer
Diese Angaben basieren auf den Useraktivitäten der letzten 60 Minuten.
