prophylaktische SD-Entfernung wegen Genmutation
Wegen Vorliegen einer Gen-Mutation, wegen der wir im Laufe unseres Lebens an einem medullären Schilddrüsenkarzinoms erkranken würden, ließen meine Schwester und ich uns vor 10 Tagen die Schilddrüse entfernen. Voraus gingen natürlich lange Überlegungen, Beratungen und auch das Studiums dieser Homepage.
Ich glaube, hier in der Gemeinschaft gibt es nicht noch solch einen Fall (?), möchte aber hier für euch meine Erfahrungen niederschreiben. Wir wohnen in Berlin, wurden in der Fachambulanz in Berlin-Buch behandelt (Pentagastrintest ...) und im St. Hedwig Klinikum Berlin-Mitte operiert. Hier ist der Oberarzt, der auch die SD-OPs durchführt, Herr Dr. Geipel. Schon durch die Berichte unserer Mutter, die im August 2005 von ihm operiert wurde (und die uns diese Mutation vererbt hat), fühlten wir uns hier sehr gut aufgehoben. Tatsächlich ist Herr Dr. Geipel ein sehr kompetenter, gewissenhafter und auch menschlich vorbildlicher Arzt. Auch das Pflegeteam und die Umgebung der Station haben uns den Aufenthalt im Krankenhaus erleichtert.
Am Freitag, 3.3.2006, wurden um 9:00 meine Schwester, um 11:00 ich operiert. Das schlimmste nach dem Aufwachen waren für mich die Schläuche, die aus dem Hals hingen mit den Flaschen dran. Ansonsten habe ich die Narkose gut überstanden, habe den ganzen Freitag und die Nacht zum Samstag mit Schlafen/Ausruhen verbracht und mich haben nicht mal die Unterbrechungen wegen Blutdruckmessen o.ä. gestört. Die lieben Pfleger haben mir auch geholfen, mich auf die Seite zu legen, weil ich so am liebsten schlafe. Sind immer zur Stelle gewesen, wenn wir zum WC mussten, haben kalten Tee nach Wahl gebracht (ich liebe seitdem Fencheltee).
Mein Mann+Sohn wollten mich eigentlich am Freitag nachmittag noch besuchen kommen, aber ich habe sie abbestellt, wollte lieber meine Ruhe haben. Aber um das zu erwähnen: Die Stimme war so gut wie nicht betroffen.
Wir haben 3x tgl. Bromhexin bekommen und sollten inhallieren, um das Abhusten zu erleichtern, ging auch gut. Am nächsten Tag, Samstag also, wachte ich mit starkem Kribbeln in den Händen auf. Herr Dr. Geipel erklärte mir, dass er zwei Nebenschilddrüsen replantieren musste, die erst wieder ihre Funktion aufnehmen müssen. So erhielt ich erst einmal einen Tropf mit Calcium und die Maßgabe, 4x tgl. in regelmäßigen Abständen 500 mg Calcium in Wasser aufgelöst zu mir zu nehmen.
Ansonsten haben wir an diesem Tag wieder ganz normal gegessen, natürlich mit Schluckbeschwerden und herumgehustet. Um 15:00 wurden mir endlich die Schläuche entfernt, rechtzeitig bevor meine lieben Männer mich besuchen kamen.
Den Sonntag verbrachten wir auch noch im Krankenhaus und Montag durften wir nach Hause. Bei mir wurden noch einige besorgte Gesichter gemacht, da mein Calciumwert noch unter 2,0 war (1,89).
Am nächsten Tag, Dienstag, musste ich gleich zum Arzt wegen der Krankschreibung. Donnerstag wurde Blut abgenommen wegen Überwachung der Ca-Werte. Da war ich aber arg enttäuscht: Immer noch zu wenig: 1,87 !!! Die Brausetabletten hängen mir langsam zum Halse heraus, und nun soll ich möglichst noch ein bisschen mehr nehmen.
Und ich mache mir Sorgen, dass die Nebenschilddrüsen womöglich gar nicht mehr anfangen zu arbeiten ???!!! Hat jemand so etwas schon mal gehört?
Vielleicht liest jemand, dem auch NSDs replantiert (umgesetzt) wurden, diesen Bericht und kann mir eine Antwort geben.
Ansonsten geht es mir mit 125er L-Thyroxin recht gut. Narbe heilt auch gut, muss mich nur zügeln nicht so viel im Haushalt zu machen, zu heben etc.
Viele Grüße an alle von Katrin

















