Mein Erlebnisbericht fängt im Sommer 2001 an. In diesem Sommer
LITT ich laufend an Kreislauf Problemen die ich aber der Arbeit und der Hitze zuschrieb. Leider sollte es nicht so sein. Als die Tage kühler wurden ging wieder alles ganz normal. Meine damals noch Verlobte hatte laufend Probleme mit Harnwegsinfekten nach ihrem x-ten Infekt schlug ihre Chefin(Hautärztin, meine Frau ist Arzthelferin) vor mich doch mal zum Urologen zuschicken. In der Hoffnung das ich der Übeltäter sei ging ich zum Arzt. Das war Anfang Dezember 2001. Mir wurde Blut abgenommen, Urinprobe und ein paar kleinere Untersuchungen durchgeführt. Das war’s erst mal .Am 21.12.2001 heirateten wir standesamtlich(JUHU). In der Woche darauf erhielt ich einen Anruf von der Arztpraxis ich möchte noch mal vorbeikommen meine Blutprobe hätte zu hohe Tumormarker ergeben, sicherlich ein Laborfehler meinte man. Auch die zweite Blutprobe ergab das die Tumormarker weit aus dem Normbereich waren. Toll dachte ich Krebs mit 30? Super hatten wir uns anders vorgestellt ehrlich! Ich ging zu meinem Hausarzt und dann begann das suchen. Nach zahlreichen Untersuchen, Ultraschall, Blutentnahmen stand fest das sich Knoten auf der Schilddrüse gebildet hatten. Ich wurde zu Dr.Drewes und Partner überwiesen die ein Schilddrüsen Sintigramm machten. Danach sah die Welt schon wieder besser aus man sagte mir das die Schilddrüse entfernt werden müßte und dann wäre alles wieder gut. Ich sollte mir mal gleich einen Termin zur
OP holen und dann wäre Ruckzuck alles vergessen. Da ich von Natur aus etwas misstrauisch bin besorgte ich mir einen Termin in der Uni-Klinik-Münster. Zweite Meinung kann nie Schaden! Außerdem lag es verkehrstechnisch günstiger für meine Frau. Dort bekam ich einen Termin zur
ambulanten Besprechung. Nach dem die Sache klar war ließ ich mir einen Termin zu Aufnahme geben. Als ich auf der Station aufgenommen wurde ging ich immer noch davon aus das die Schilddrüse entfernt würde. Ich traf dort auf Dr.Colombo-Benkmann der meinte das man erst noch einige Untersuchungen durchführen müsste(Wie Recht er hatte!). Die ersten Tage verbrachte ich mit Blutabgaben, Urinsammlungen und
CT. Dann kam das böse erwachen ich litt nicht nur an
SD-Krebs sondern auch noch an Nebennierenkrebs(MEN2a). Klasse wenn schon Scheiße dann mit Schwung! Im darauffolgenden wurde ich stationär auf die innere Aufgenommen die zur Aufgabe hatten meinen Blutdruck zu senken und stabil zu halten damit bei der folgenden
OP ich keine Hochdruckkrise erleiden würde. Dabei musste alles sehr schnell gehen da die Nebenniere bei Berührungen durch den Operateur
Adrenalin ausstößt! Meine Nebenniere war schon Hühnerei groß sagte man mir nach der OP. Die OP steckte ich gut weg so das mir 4 Wochen später die Schilddrüse und rechtsseitig einige
Lymphknoten entfernt wurden. Seither ziert mich ein halber Smilie am Hals. Nach einem viertel Jahr krankfeiern ging ich wieder zur Arbeit. Alles klappte sehr gut bis zum Sommer 2004 da bekam ich wieder Kreislaufprobleme. Ich konnte mir die
Diagnose fast schon selber stellen! Diesmal war die linke Nebenniere betroffen, hatte ja auch nur noch eine. Nach
MRT und Ganzkörperaufnahmen stand fest die Nebenniere muß auch raus! Nach sehr guten Erfahrungen ließ ich auch dies wieder in Münster machen. Das Team um Prof. Senninger machte auch hier wieder gute Arbeit. Mein Bauch ziert jetzt zwar ein kompletter Mercedes-Stern nach der OP aber damit kann man Leben! Ich bin jetzt zwar ein Lebenlang auf Cortison angewiesen aber nachdem die Dosierung einigermaßen klappt fühl ich mich wieder wohl. Ob ich meinen Job wieder machen kann weiß ich noch nicht da ich zur zeit noch krank geschrieben bin. Brauche das auch im Moment da meine Frau selber an Krebs leidet und zurzeit in der Uni liegt. Ich kann jedem nur raten holt euch eine zweite Meinung ein! Hätte ich mich an die erste gehalten wäre ich jetzt vielleicht nicht mehr am Leben!
Weitere nach Sreening festgestellte Fälle in der Famillie:
Meine Mutter, wurde aber nicht Operiert nur Pentatest,
mein ältester Bruder SD entfernt,
meine Nichte bis jetzt nur Pentatest und
meine Tante SD entfernt.
Nachsorge: Blutentnahme,1x jährlich
Pentagastrintest, alle halbe Jahr zum Endokrinologen
Die ist nur eine Kurzfassung alles andere hätte den Rahmen gesprengt, wer fragen hat darf mir ruhig schreiben.
Die Hoffnung stirbt zu letzt!
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