Original Thread [19]
Hallo,
nun endlich habe auch ich es geschafft, mich hier registrieren zu lassen. War schon einige Male auf der page und fand es ehrlich gesagt auch sehr schade, daß wenig los ist bzw. wenig Erfahrungsaustausch stattfindet.
Bei mir wurde duch einen Zufallsbefund - Schnellschnitt während einer Schilddrüsen
OP (1994 - da war ich 26J) - festgestellt, daß ich das med.
SD-CA habe und schon weiter fortgeschritten war und somit die
Lymphknoten befallen waren. Nach 4 Wochen wurde ich nochmals operiert (rechte Halsseite) und alle befallenen Lymphknoten wurden herausgenommen. Diese Operationen waren in Erlangen und Bamberg. Durch einen Umzug nach München bin ich nach Großhadern gekommen zur Spezialsprechstunde für med.
SD-CA's. Hier war ich ca. 3 Jahre in Behandlung - eigentlich Blutkontrolle und ganz viele Untersuchungen.
Während dieser ganzen drei Jahre wurde auch immer ein Leber
CT gemacht und es wurden auch immer Flecken o.ä. auf der Leber entdeckt, die sich auch langsam aber stetig vergrösserten. Die Marschroute war allerdings abwarten - was sich im Nachhinein herausstellte - ein Fehler (wage ich zu behaupten).
Im Frühjahr 1998 empfahl mir dann ein Arzt (ich bin ihm heute noch dankbar dafür!) doch mit Prof. Dralle in Halle/Saale Kontakt aufzunehmen, was ich dann auch tat.
Bevor ich weiter erzähle, meine Tumormarker stiegen in diesen drei Jahren von ca. 1000 auf ca. 5000 stetig an!
Also, in Halle angekommen, beim Professor vorgestellt und vom Oberarzt untersucht wurde ich gleich mit einem
OP-Termin konfrontiert mit anschlieesender
Chemo-
Therapie!
Wie bitte? Ja, mir ging es genauso..... Ich wurde ersteinmal aufgeklärt, daß bei mir nochmals nachoperiert werden muss, da sich noch Lymphknoten in der Halsgegend befanden und in der Regel immer alle (beide Halsseiten und evtl. hinterm Brustbein) entfernt werden müssen. Und meine Flecken auf der Leber erwiesen sich als
Metastasen!
Im November 1998 wurde ich dann also operiert (Tumormarker vor der OP 70.000!) und anschliessend 9 Monate lang Chemo bzw.
Chemoembolisation (über einen Katheter direkt in die Leber). Ich will hier nicht ins Detail gehen, aber "alles geht vorbei"! und Dank dem super netten und vor allen Dingen kompetentem Team in Halle konnte (musste ) ich mich damit ganz gut arrangieren.
Kurz nach der OP und während der Chemo gingen die Tumormarker nur auf ca. 13.000 runter, was den Ärzten unverständlich war (es sollte wohl schneller gehen). Naja, nach 9 Chemo-Behndlungen (alle 4 Wochen eine) waren auf dem CT die Flecken auf der Leber nicht mehr zu sehen, sondern wohl nur noch "Narben" - sehr gut!
Leider weiss ich meine Tumormarkerwerte danach nicht mehr genau, aber ich glaube daß die dann rasant abfielen und immer so um 1000 rumdümpelten. Mir wurde mal in Halle gesagt, daß es sein kann, wenn der Krebs schon einmal so fortgeschritten war wie bei mir, daß es sein kann, daß der Tumormarker nie mehr ganz runter kommt.
Na gut, ich ging regelmäßig zu meinem Hausarzt zur Blutkontrolle auch wegen der Schilddrüsenwerte und machte begleitend eine Misteltherapie, nahm (nehme ich heute noch) Antioxidantien und Selen.
Vielleicht einmal zwischendurch gesagt - mir ging es in der ganzen Zeit körperlich gut (bis auf Narbenjucken nach der OP und Übelkeit und Magenschmerzen immer zwei Tage nach der Chemo). Gott sei Dank wurde ich durch Familie, Freunde und Partner immer "aufgefangen", wenn ich einen Durchhänger hatte.
Weiter.... 2001 wurde ich schwanger (es aufgrund der Chemo auch nicht mehr klappen können, aber das konnte uns keiner genau sagen). Während der Schwangerschaft und der Stillzeit haben wir (nach Absprache und Rat mit meinem Hausarzt) den Tumormarker nicht gemessen, da es ein zu sensibler Wert ist und wir sowieso nichts hätten unternehmen können. Der dann gemessene Tumormarker (machen wir alle halbe Jahre) nach dem Kind war dann ca. 190 (kaum zu glauben, aber es kommt noch besser). Auf der Leber war auch nichts Auffälliges ausser diesen Narben. Der letzte Wert (März) war 70!!!!!!
Vielleicht kann ich mit meiner Geschichte mal eine Positivmeldung vermitteln und einigen "Kollegen/Innen" Mut machen.
Für alle "Neulinge" - es ist wirklich sehr wichtig, bei dieser Krankheit die richtigen Ärzte zu treffen und vor allen Dingen ihnen dann auch zu Vertrauen.
Beste Grüße aus München
Katja
Gruss, Admin aka Eberhard