Hallo Ede!
Vielen Dank für Deine Meldung! Ja, ich versuche, die Sache positiv denkend, vernünftig und ohne Hektik zu bewältigen. Absolut positiv an der Erkrankung war für mich zunächst, dass ich zum lange gewünschten Nichtraucher geworden bin (von 50 auf 0, ohne eine einzige Sekunde Entzugserscheinungen!). Ich dachte mir, ich brauche einen Feind, gegen den ich ankämpfen muss. Das Rauchen war mir schon immer ein Dorn im Auge, auch wenn das Rauchen keine Schuld an diesem vermutlich durch einen Gen-Defekt verursachte Erkrankung hatte. Ich habe seither nie wieder geraucht!
Positiv ist auch, dass man als Erkrankter regelmäßig eine medizinische Kontrolle erhält. Sollte irgendwo im Körper ein anderes Problem auftauchen, hat man dadurch bessere Chancen, dass es früh – und damit hoffentlich rechtzeitig – entdeckt wird. Hier ist man deutlich besser dran wie die (vermeintlich) Gesunden, denn manche Krankheiten spürt man einfach (lange Zeit) nicht.
Positiv war für mich auch, dass ich mein Leben total neu ausgerichtet habe. Im plötzlichen Bewusstsein, dass es irgendwann vorbei sein kann, habe ich mir überlegt, was ich mir am Tag X nicht selbst vorwerfen möchte, es im Leben versäumt zu haben. Für mich – ohne Kinder – ist ein Lebenstraum, die Welt kennenzulernen. Das habe ich in den letzten 9 Jahren auch ausführlich getan und alle Kontinente bereist (sofort Auswandern würde ich nach Australien, war zweimal dort, das ist TOP!).
Nun weiß ich zum heutigen Zeitpunkt noch nicht, ob ich überhaupt an dieser Zactima-Studie teilnehmen möchte. Das ist alles so frisch für mich, ich muss erst mal alle relevanten Infos haben. Es hängt aber vor allem davon ab, wie dringend es ist, dass meine „dicken Brummer“ weg müssen. Es könnte ja sein, dass bei zu langem Warten die Gefahr besteht, dass diese irgendwo andocken (an Stimmbänder, Kehlkopf, Schlagader, etc,).
Das muss ich jetzt genau klären lassen, denn es gibt die beiden Möglichkeiten:
1. Wenn ich mich operieren lasse, bin ich nicht mehr für die Studie geeignet.
2. Wenn ich mich nicht operieren lasse, dafür an einer Studie teilnehme, dabei das Placebo erwische oder das Mittel bei mir nicht wirkt, könnte ich mir evtl. ein Eigentor schießen.
Nächster Schritt ist also für mich das Ergebnis der „Schnittbilddiagnostik”, die bei mir am 21.05. durchgeführt werden soll, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden können. Im Vorfeld bekam ich schon mal eine Patienteninformation (ich zitiere im Wortlaut - den Ort will ich nicht nennen, denn ich weiß nicht, ob ich diese Information überhaupt veröffentlichen darf, ich tu's jetzt einfach mal):
Patienteninformation zur PET/CT mit 68 Gallium-DOTATOC zur Diagnostik neuroendokriner Tumoren
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!
Warum
Bei Ihnen soll ein neuartiges Untersuchungsverfahren, eine sog. PET/CT-Untersuchung (Positionen-Emissions-Tomographie mit kombinierter CT-Bildgebung) unter Verwendung von 68Ga-DOTATOC durchgeführt werden, um den bei Ihnen vermuteten oder bereits nachgewiesenen hormonbildenen Tumor zu untersuchen.
Dieses Verfahren ermöglicht nach bisherigen Erkenntnissen einen verbesserten Tumornachweis im Vergleich zur zugelassenen Alternativmethode Octreoscan. Die PET ist ein sehr empfindliches Verfahren zum Nachweis bestimmter Tumoren bzw. ihrer Absiedlungen.
In Ihrem Fall soll die Untersuchung mit der Substanz DOTATOC durchgeführt werden, welche sich an spezielle Bindungsstellen (Rezeptoren) des Tumors und seiner Absiedlungen anlagert. DOTATOC ist dem Hormon Somatostatin ähnlich, welches im Körper gebildet wird und chemisch abgewandelt als „Sandostatin“ seit Jahren zur Behandlung von neuroendokrinen Tumoren eingesetzt wird.
Bei der Untersuchung wird DOTATOC mit 68 Ga (Gallium) markiert (Halbwertszeit 68 Minuten). Mit der 68Ga-DOTATOC-PET/CT sollten sich nach bisherigen Erkenntnisstand bereits kleinste Tumorabsiedlungen nachweisen lassen. Weiterhin bietet diese Untersuchung möglicherweise eine verbesserte Tumortherapie: Die Substanz DOTATOC kann in Verbindung mit einem anderen radioaktiven Stoff auch zur Behandlung eingesetzt werden, so dass das Ergebnis dieser Untersuchung möglicherweise von wesentlicher Bedeutung für Ihre weitere Behandlung ist, da die Therapie mit 90Y-DOTATOC in dieser Klinik angeboten und seit etwa einem Jahr mit gutem Erfolg durchgeführt wird.
Wie
Das DOTATOC wird im Liegen über eine feine, für die Kontrastmittelgabe für das CT bereits gelegte Kanüle in eine Armvene injiziert, Aufnahmen werden nach 20-30 Minuten durchgeführt, die Untersuchung dauert etwa 30-40 Minuten, je nach Körpergröße. Das aus klinischen Gründen zur Tumorkontrolle erforderliche CT wird in der gleichen Untersuchung vor der PET-Untersuchung durchgeführt. Während der gesamten Untersuchungsdauer sollten Sie sich so wenig wie möglich bewegen. Die Gesamtuntersuchungsdauer (Behandlungsdauer) beträgt ca. 2 Stunden. Das Gerät zur Bildaufnahme besteht aus einer etwa 1,2m langen offenen Röhre, durch die zwei miteinander kombinierte Untersuchungsverfahren (PET und CT) durchgeführt werden.
Risiken
Wir müssen Sie darauf hinweisen, dass die Substanz 68Ga-DOTATOC noch nicht zugelassen ist. Sie wird von Ihrem untersuchenden Arzt eigens für Sie hergestellt unter Berücksichtigung der Einzelfallindikation. Die Risiken liegen lediglich in der Verabreichung der radioaktiven Substanzen. Dabei liegt die Strahlenexposition nach i.v. Injektion von ca. 200 MBq 68Ga-DOTATOC bei etwa 7 mSv, was dem Doppelten der natürlichen Strahlenbelastung während eines Jahres entspricht und vergleichbar ist mit anderen etablierten Diagnoseverfahren (z.B. Computertomographie). Hinzu kommt in etwa noch einmal dieselbe Strahlenexposition durch die begleitende CT-Untersuchung, welche allerdings das im Rahmen der Tumordiagnostik oder –nachsorge übliche diagnostische CT ersetzen soll.
Eine pharmakologische Wirkung (z.B. Übelkeit, Erbrechen) sowie allergische Reaktionen sind aufgrund der sehr geringen Substanzmengen nicht zu erwarten.
Dazu habe ich aber noch einige Fragen:
Hast Du oder sonst jemand Erfahrungen mit diesem Marker? Ist der wirklich so gut, wie eben beschrieben?
Irritiert hat mich der Abschnitt der Patienteninfo, wo auf die Therapiemöglichkeit mit Yttrium 90 hingewiesen wird. Ich meine mich zu erinnern, dass anderswo eben eine solche Therapie wegen gravierender Nebenwirkungen abgebrochen wurde, u.a., weil Patienten dialysepflichtig geworden sind, oder gibt es jetzt ein modifiziertes Verfahren?
Gruß,
Systemspieler
editiert von: Systemspieler, 10.05.2007, 04:23 Uhr