Hallo,
bin ganz neu hier. Letzte Woche hab ich noch die alte Site gefunden, aber egal, alles wird moderner und schöner
Nun ja, dann werde ich mich erst mal vorstellen :
Bin 37 Jahre alt, männlich, heiße Thomas, komme aus der Gegend um Ulm. Hobby : Astronomie, also alles, was mit den Sternen zu tun hat. Aber bitte : Nicht Astro
logie, sondern Astro
nomie. Nicht das mit den Sternzeichen und Horoskopen, sondern das technische, naturwissenschalftliche. Also Weltraum, Planeten, Sterne, Raumsonden ...
Warum bin ich hier ?
Hab die Site letzte Woche gefunden, weil ich auf der Suche nach Informationen über das
MTC war. So viele Ärzte, so viele Meinungen und so viel Unwissenheit. Hab mich dann selber auf die Suche um Antworten gemacht und bin letztendlich hier gelandet. Hier hab ich bis jetzt die meisten Informationen und vor allem Gleichgesinnte getroffen.
Bei mir wurde das MTC vor ca. 4 Monaten diagnostiziert. Angefangen hat eigenlich alles ganz harmlos. Bin wegen einer Vorsorgeuntersuchung zu meinem Hausarzt gegangen. Die Blutwerte, oder besser gesagt, sie Schilddrüsenwerte waren nicht ganz in der Norm. Nichts Schlimmes, sie warten nur leicht erhöht (T3). Daraufhin hat mich mein Hausarzt zum
Radiologen geschickt und der stellte dann rechts einen großen (ca. 3cm groß) und links mehrere kleine Konten (< 5mm) fest. Da der Calzitoninwert ebenfalls leicht erhöht (15ng/l) war. Hat er mir angeraten die Knoten zu Vorsicht entfernen zu lassen. Habe nicht lange gefackelt und mich gleich in der Klinik vorgestellt. Auch sie machten noch mal eine Untersuchung (
Szintigramm, Ultraschall, Laborwerte). Knappe 2 Wochen später kam ich dann auch unters Messer. Eigentlich eine kleine, harmlose Schilddrüsen-
OP. Nichts Bemerkenswertes, alles prima verlaufen, keine
Komplikationen. Ich erholte mich sehr gut von der
OP, konnte am selben Tag schon wieder das Bett verlassen und umher laufen. 5 Tage später sollte ich entlassen werden, da kam der Bericht vom
Pathologen. Tja, und das war es :
Diagnose medulläres Schilddrüsenkarzinom im linken
SD-Lappen. Ein kleiner Knoten war bösartig. Der große Rechte und die weiteren kleinen auf der linken Seite waren negativ, also gutartig. Dann ging alles drunter und drüber, ich dachte die Decke fällt mir auf den Kopf. 37 Jahre und jetzt hab ich Krebs ??? Konnte das alles noch nicht ganz glauben, aber die weiteren Untersuchungen (
CT, Röntgen mit Kontrastmittel) und Tests bewießen mir, das es kein schlechter Traum war. Tag drauf wurde ich dann gleich noch einmal operiert. Die restliche Schilddrüse und die
Lymphknoten im Halsbereich wurden entfernt (Neck Dissektion). Auch diese OP verlief ohne Komplikationen und ich fühlte mich nach einer Nacht auf der Intensivstation auch gut. Nur, das aus einer ca. 10cm langen Narbe über dem Brustbein jetzt ein Schnitt vom linken zum rechten Ohr verlief, der mit Klammern geschlossen wurde. Man sagte mir, das alles in ein paar Monaten wieder so aussieht, als ob nichts geschehen wäre und ich wieder ganz normal leben könnte. Langes Warten auf den 2. pathologischen Bericht. Und dann die Gewißheit. Keine weiteren
Metastasen und keine befallenen Lymphknoten (Klassifizierung pT1 pN0 pM0). Man hat den eigentlichen
Tumor schon bei der 1. OP erwischt, die 2. OP wäre eigentlich nicht notwendig gewesen. Aber zu Sicherheit wars notwendig.
Jetzt, genau 4 Monate später muß ich sagen, das ich eigentlich alles prima überstanden habe. Nur die Stimme läßt noch etwas zu wünschen übrig. Anfangs hatte ich eine heißere Stimme und brachte fast kein Wort heraus ohne die Hälfte zu verschlucken. Jetzt hört sie sich nur noch etwas heißer an, aber ich denke, das sich das auch noch legen wird. Die Wunde sieht ebenfalls sehr gut aus. Links und rechts am Hals sind noch die Teile vom Schitt zu erkennen, der Rest ist in einer Hautfalte verschwunden und fast nicht mehr zu sehen. Die Drehung des Halses tut noch etwas weh. Bekomme seither Krankengymnastik und
Lymphdrainage. Seit ca. 2 Wochen sind meine Hormonwerte richtig eingestellt. Bekomme 150µg LT4 und nehme zusätzlich noch Vitamintabletten. Weitere Medikamente sind nicht erforderlich. Gestern habe ich dann auch meine neuen Laborwerte erhalten. Calzitionin ist bei 4ng/l), also unterer Normwert.
Sieht ganz so aus, als ob ich das Schlimmste vorerst mal überstanden habe. Eine Frage ist noch zu klären, ob eine
Keimbahnmutation vorliegt oder nicht. Bin deshalb noch zur
ambulanten Benhandlung in der Uni. Die lassen sich sehr sehr viel Zeit. Aber sie haben mich beruhig. So wie es aussieht hab ich es überstanden. Möchte aber trotzdem den Kontakt mit Gleichgesinnten aufrecht erhalten und mich weiterhin "schlau" machen. Hoffe, das ich hier einige Antworten bekomme und den Schreck ganz schnell vergessen kann.
Thomas
New Millenium Observatory
Der Sternhimmel über Ulm
http://www.sternhimmel-ueber-ulm.de