Hallo!
Bevor irgendetwas „passieren“ kann bei meinem Mann, gilt es, schwierige Entscheidungen zu treffen.
Ich weiß, niemand kann wissen, was „richtig“ ist, aber es würde uns schon helfen, Meinungen und Erfahrungen zu lesen.
Ihr kennt das ja: Drei Ärzte, vier Meinungen...
Der derzeitige Stand der Empfehlungen:
Professor Raue:
Auf alle Fälle zuerst operieren, bevor der Primärtumor in der Schilddrüse und den umgebenden
Lymphknoten beispielsweise die Luftröhre bedrängt. Und dann erst mal sehen, was man wegen der
Metastasen in Leber und Lunge unternimmt: Abwarten, weil langsam wachsend; Chemotherapie hat heftige Nebenwirkungen; testen, ob Strahlentherapie mit DOPATOC möglich ist. Ev. Glievec (?).
Bestrahlung mit Oktreotid kann zwar nicht völlig ausgeschlossen werden, scheint aber nicht viel Sinn zu machen, wenn das nur etwas an Schilddrüse und Lymphknoten bindet (und natürlich unerwünschterweise an Milz und Niere), aber nicht an die Metastasen in Leber und Lunge.
Onkologischer Arbeitskreis des Klinikums Mannheim:
Keine
OP (jedenfalls nicht zur Zeit), da der Primärtumor nicht direkt körperlich behindert, und eine
OP den Körper belastet und womöglich auch dauerhafte Schäden hat, ohne direkt zu helfen, und außerdem andere Therapien deutlich verzögert (Die Leberwerte sind durch die großen Metastasen natürlich nicht in Ordnung, und der Gallengang wird bedrängt). Sie empfehlen ganz entschieden eine Strahlentherapie in der Nuklearmedizin in Heidelberg. (Davon verstehen die Ärzte hier nicht viel, was sie auch sagen, aber es gab schon eine Rücksprache mit Dr. Hentze dort.)
Der
Radiologe hier (der wirklich sehr engagiert aufgetreten ist), der den
Oktreotidscan durchgeführt hat, hat dabei gleich einen Termin mit Heidelberg vereinbart.
Am 30.06. soll in Hd ein
DOTATOC-
PET als Test durchgeführt werden. (Auf meine Vermutung hin bestätigte der Arzt hier, dass dabei vermutlich Gallium benutzt wird, aber es wusste es nicht wirklich. Mit allen Fragen wurden wir auf Hd verwiesen.)
Natürlich müssen wir das Ergebnis vor einer wirklichen Entscheidung noch abwarten, aber schon jetzt wollen wir uns so weit wie möglich informieren, um für Gespräche dann vorbereitet zu sein.
Und die Wochen vergehen...
Da sie sehr unspezifisch ist, sind meinem Mann die Folgen einer Strahlentherapie (einschließlich anderer Krebsarten) nicht sehr sympathisch, und wir wissen noch gar nichts darüber, was das überhaupt „bringen“ kann.
Aber wenn das sowieso kommt, spätestens einige Zeit nach einer OP, kann man sich die OP mit allen ihren (zusätzlichen) Folgen vielleicht wirklich sparen; wenn die Strahlung hilft, dann ja auch in der Schilddrüse. Wird die Funktion der Schilddrüse durch die Bestrahlung eigentlich komplett zerstört?
Wir freuen uns wirklich, wenn jemand seine Erfahrungen oder Meinungen dazu äußert, wir können auch neue Denkanstöße gebrauchen.
Wie war das noch?
Für die Gesundheit ist es wichtig, sich zu entspannen, nicht zu viel Sorgen zu machen und zu grübeln, ausreichend zu schlafen...
Wer kann das denn in solchen Fällen?
Trotzdem eine gute Nacht und herzliche Grüße,
Dagmar (und Kai)