Vorab möchte ich sagen, dass ich schon seit einiger Zeit das Form nutze und angemeldet bin, ohne bis heute geschrieben zu haben. Ich war mir nie sicher, ob es richtig ist, euch dieses Erlebnis zu schreiben, doch Eberhard hat mich darin bestärkt, dass für diese Krankheit jede Erfahrung wichtig ist ob positiv oder negativ.
Meine Schwester ist im Januar wie jedes Jahr zur Schilddrüsenuntersuchung gegangen, da sie eine Fehlfunktion hatte und Jodtabletten genommen hat. Bei der Ultraschalluntersuchung ist ein kalter Knoten festgestellt worden, der durch eine
Szintigraphie bestätigt worden ist. Aufgrund dessen wurde sie ohne weitere Untersuchung im Februar im städtischen Kranken-haus operiert. Während der
OP wurde eine Gewebeprobe entnommen und festgestellt, das es wiedererwarten bösartig ist. Somit wurde ihr die Schilddrüse, die befallene Tymusdrüse entfernt und der Brustkorb geöffnet. Nach der 6-stündigen
OP wurde sie am gleichen Abend noch einmal über 3 Stunden operiert, da es zu sehr starken inneren Blutungen gekommen war. Sie war zwei Wochen im Krankenhaus und hat sich recht gut erholt. Der Befund: med. Schilddrüsenkarzinom mit Metastasenbildung. Anfang März sind wir beide dann zur genauen
Diagnostik und Weiterbehandlung in der Uniklinik Münster gewesen. Ende März lag das genaue Ergebnis vor:
Metastasen in der Leber, im Knochenmark und an der 4. Rippe. Beim nächsten Termin Mitte April wollte man sich mit Prof. Raue in Verbindung setzen und prüfen, ob meine Schwester für die Glivec-Studie in Frage kommt. Anfang April ging meine Schwester für halbe Tage wieder arbeiten. Eine
Reha oder Kur kam für sie zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht in Frage, sie wollte in den Alltag zurück. Da sie 100 km von uns entfernt wohnte und arbeitete bin ich mehrfach im April bei ihr gewesen. Ende April ging es ihr so schlecht, dass meine andere Schwester und ich sie zu uns nach Hause geholt haben. Sie war sehr dünn und schwach geworden, und hatte nachts mehrfach über Stunden starkes Nasenbluten. Sie war dann noch einmal für 2 Wochen im Krankenhaus, wo noch einige Untersuchungen gemacht worden sind (
Somatostatin-
Rezeptor-Szintigraphie)und sie körperlich etwas aufgebaut werden konnte. Jetzt kam aber noch ein Brustkrebs dazu, der 6 Wochen vorher im
PET-
CT noch nicht sichtbar war, mittlerweile aber sicht- und fühlbar war. Am 20. Mai wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen und hat bis zu ihrem Tod am 17. Juni bei meiner Freundin und mir gewohnt, wobei uns die ganze Familie und ihre Freunde unterstützt haben. Es war unglaublich, zu sehen, wie schnell ihr Körper abgebaut hat und wir immer nur der Zeit hinterhergelaufen sind. Sicherlich hat sie den Krebs schon über Jahre gehabt, warum er aber einen so rasanten Verlauf nach der OP genommen hat, kann keiner sagen. Bis zu dem Tag der Operation im Februar ging es meiner Schwester gesundheitlich sehr gut.
Liebe Grüße
Ute