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Zum aktuellsten Beitrag
Der Krankenweg meiner verstorbenen Schwester
  • verfasst: 08.09.2005, 20:44
     
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    Vorab möchte ich sagen, dass ich schon seit einiger Zeit das Form nutze und angemeldet bin, ohne bis heute geschrieben zu haben. Ich war mir nie sicher, ob es richtig ist, euch dieses Erlebnis zu schreiben, doch Eberhard hat mich darin bestärkt, dass für diese Krankheit jede Erfahrung wichtig ist ob positiv oder negativ.

    Meine Schwester ist im Januar wie jedes Jahr zur Schilddrüsenuntersuchung gegangen, da sie eine Fehlfunktion hatte und Jodtabletten genommen hat. Bei der Ultraschalluntersuchung ist ein kalter Knoten festgestellt worden, der durch eine Szintigraphie bestätigt worden ist. Aufgrund dessen wurde sie ohne weitere Untersuchung im Februar im städtischen Kranken-haus operiert. Während der OP wurde eine Gewebeprobe entnommen und festgestellt, das es wiedererwarten bösartig ist. Somit wurde ihr die Schilddrüse, die befallene Tymusdrüse entfernt und der Brustkorb geöffnet. Nach der 6-stündigen OP wurde sie am gleichen Abend noch einmal über 3 Stunden operiert, da es zu sehr starken inneren Blutungen gekommen war. Sie war zwei Wochen im Krankenhaus und hat sich recht gut erholt. Der Befund: med. Schilddrüsenkarzinom mit Metastasenbildung. Anfang März sind wir beide dann zur genauen Diagnostik und Weiterbehandlung in der Uniklinik Münster gewesen. Ende März lag das genaue Ergebnis vor: Metastasen in der Leber, im Knochenmark und an der 4. Rippe. Beim nächsten Termin Mitte April wollte man sich mit Prof. Raue in Verbindung setzen und prüfen, ob meine Schwester für die Glivec-Studie in Frage kommt. Anfang April ging meine Schwester für halbe Tage wieder arbeiten. Eine Reha oder Kur kam für sie zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht in Frage, sie wollte in den Alltag zurück. Da sie 100 km von uns entfernt wohnte und arbeitete bin ich mehrfach im April bei ihr gewesen. Ende April ging es ihr so schlecht, dass meine andere Schwester und ich sie zu uns nach Hause geholt haben. Sie war sehr dünn und schwach geworden, und hatte nachts mehrfach über Stunden starkes Nasenbluten. Sie war dann noch einmal für 2 Wochen im Krankenhaus, wo noch einige Untersuchungen gemacht worden sind (Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie)und sie körperlich etwas aufgebaut werden konnte. Jetzt kam aber noch ein Brustkrebs dazu, der 6 Wochen vorher im PET-CT noch nicht sichtbar war, mittlerweile aber sicht- und fühlbar war. Am 20. Mai wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen und hat bis zu ihrem Tod am 17. Juni bei meiner Freundin und mir gewohnt, wobei uns die ganze Familie und ihre Freunde unterstützt haben. Es war unglaublich, zu sehen, wie schnell ihr Körper abgebaut hat und wir immer nur der Zeit hinterhergelaufen sind. Sicherlich hat sie den Krebs schon über Jahre gehabt, warum er aber einen so rasanten Verlauf nach der OP genommen hat, kann keiner sagen. Bis zu dem Tag der Operation im Februar ging es meiner Schwester gesundheitlich sehr gut.

    Liebe Grüße
    Ute
  • verfasst: 08.09.2005, 20:52
     
    Bertram
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    Liebe Ute,

    Deine Geschichte macht mich betroffen und es tut mir aufrichtig Leid, das Deine Schwester so schnell von Dir gegangen ist. Mein aufrichtiges Beileid.

    Grüße

    Sabine

    Unsere Mühe kann selbst unser Schicksal besiegen.
    (Römische Weisheit)
  • verfasst: 08.09.2005, 21:49
       
    Liselotte
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    Liebe Ute

    Herzliches Beileid.

    Liselotte

    Meduäres Schilddrüsenkarzinom, Aspergersyndrom, Übergewichtig, dunkelbraunes Haar, braune Augen, 167 cm grossäres
  • verfasst: 09.09.2005, 09:00
       
    kasey
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    Hallo,

    leider gehört der Tod auch zum Leben! Es ist gut das Du diesen Bericht geschrieben hast!

    Vielleicht war durch die OP das Immunsystem Deiner Schwester dermassen geschwächt das es sich überhaupt nicht mehr gegen die Krebsarten wehren konnte.
    Dennoch kann man nicht sagen was richtig gewesen wäre und was nicht!

    Lass Dich drücken!

    Lydia

    Zwei Gefangene sahen durch ein Gitter in die Ferne, der eine sah den Schmutz der andere die Sterne
  • verfasst: 09.09.2005, 10:08
     
    Ede
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    02.07.08
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    306
    Liebe Ute,

    ich freue mich, dass Du nun endlich auch in schriftlicher Form den Weg ins Forum gefunden hast. Dies sollte auch allen anderen registrierten Besuchen, die sich vielleicht nicht zu schreiben trauen und immer nur mitlesen Mut machen.

    Auch Beiträge wie dieser gehören meiner Meinung nach ins Forum. Die Angst vor dem Tod begleitet doch alle hier, würden Sie sonst nicht so gegen die Krankheit kämpfen?
    Es gibt halt leider auch solche Krankheitsverläufe, das ist einfach eine Tatsache.

    Ich denke auch, dass Deine Schwester durch die OP's und den weiteren aufgetretenen Krebs so geschwächt war, dass sich Ihr Körper nicht wehren konnte.

    Ich hoffe, dass Du das Ganze verarbeiten kannst und vielleicht ab und zu postest wie Du, bzw. Deine Familie damit umgeht, wie es Euch ergeht, etc. Das könnte wieder Hilfestellung für Andere sein. Das Wäre vieleicht auch was für die Rubrik "Erlebnisberichte".

    Liebe Grüße
    Birgit

    http://www.c-zell-karzinom-online.info/html/modules/typetool/pnincludes/emotion/yinyang.gif "wait and see" http://www.c-zell-karzinom-online.info/html/modules/typetool/pnincludes/emotion/yinyang.gif
  • verfasst: 09.09.2005, 11:11
     
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    22
    Liebe Ute,

    Dein Bericht ist auch mir sehr nahe gegangen. Ich wünsche Dir und Deinen Angehörigen viel Kraft die schlimme Zeit verarbeiten zu können. Auch meinen Mann ging es vor der OP Spitze, er war Top Fit, nach der OP ging es steil bergab. Er kämpft wie ein Löwe, ist aber inzwischen auch sehr geschwächt. Ich habe inzwischen meine eigene Meinung zu all dem, aber natürlich kann niemand im vorraus sagen was richtig und was falsch gewesen wäre.

    Alles Liebe
    Heike
  • verfasst: 09.09.2005, 16:14
       
    admin
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    Hallo Ute.
    Ich denke mir das jeder auf die Eine oder Andere Weise etwas aus Deinem Bericht lernen kann.
    Und wenn der Einzige Lerneffekt der ist das man das Leben so bewusst wie möglich geniessen sollte solange man es hat, weil es kürzer sein könnte als einem lieb ist, dann ist doch schon viel gewonnen.

    Gruss, Admin aka Eberhard
  • verfasst: 10.09.2005, 15:21
       
    Marcus
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    Liebe Ute,

    ich möchte Dir mein tiefstes Beileid aussprechen.
    Ich wünsche Dir ganz ganz viel Kraft.

    Marcus


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