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Zum aktuellsten Beitrag
Selen-Substitution
  • verfasst: 04.02.2006, 10:57
     
    AnneFFM
    Forenrang:
    Frisch reingeschneit Frisch reingeschneit
    registriert:
     September 2005
    Status:
    offline
    letzter Besuch:
    04.02.06
    Beiträge:
    6
    Folgende Dissertation befasst sich zwar mit dem Thema Selen und Autoimmunthyreoiditis. Sie bietet m.E. jedoch auch Argumentationshilfen ím Hinblick auf die Stärkung des Immunsystems gegenüber der Krankenkasse, falls diese sich weigert, die Kosten für das Selen zu übernehmen.

    Viele Grüße
    Anne FFM


    Gasnier, Barbara C. H. (2002):
    Einfluß einer Selen-substitution auf den Verlauf einer
    Autoimmunthyreoiditis: Eine prospektiv-randomisierte klinische Studie

    Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät

    http://edoc.ub....ve/00000751/
    http://edoc.ub.uni-muenchen.de

    Abstract
    ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK Initial gingen wir von der Hypothese aus, daß
    schon ein milder Selenmangel zur Entwicklung und Aufrechterhaltung einer AIT
    beitragen kann, und daß Selen einen modulierenden Effekt auf das Immunsystem
    hat. Aus diesen Überlegungen heraus führten wir eine prospektive,
    geblindete, randomisierte und placebokontrollierte Studie durch.
    Eingeschlossen wurden insgesamt 70 Patientinnen mit AIT. Von diesen
    erhielten 36 drei Monate lang 200 µg Natriumselenit pro Tag, 34 bekamen
    Placebo. Als primäres Studienziel erfaßten wir den Verlauf der
    TPO-AK-Konzentrationen im Serum, als sekundäre Studienziele - den Verlauf
    der TGAK-Konzentrationen, - der FT3- und FT4- und TSH-Plasmaspiegel - sowie
    Perfusionsausmaß und Echomuster der Schilddrüse in der hochauflösenden
    Doppler-Sonographie. - Außerdem wurde die Lebensqualität anhand eines SF
    12-Fragebogens ermittelt. Es konnte gezeigt werden, daß eine Substitution
    mit 200µg Natrium-Selenit 1) sowohl die TPO-AK-Konzentrationen, als auch die
    Aktivität der Erkrankung signifikant senkte, 2) daß sich darunter bei 9 von
    36 Patientinnen die Perfusion, Autoantikörper-Konzentrationen und
    sonographisches Bild der Schilddrüse normalisierten - in der Placebogruppe
    nur bei 2 von 34 Patientinnen, 3) daß sich die Schilddrüsenhormonwerte dabei
    nicht veränderten, 4) es zu einer hochsignifikanten Verbesserung des
    subjektiven Wohlbefindens kam, die mit den Serum-Selenspiegeln korrelierte,
    5) daß diese Veränderung unabhängig vom Verlauf der Serumkonzentration der
    Autoantikörper eintrat und 6) daß sich die TGAK-Konzentrationen unabhängig
    von der Verabreichung von Selen änderten und zu Studienende signifikant
    niedrigere Werte in der Placebogruppe erreichten, als in der Verumgruppe.
    Mit dieser Pilotstudie gelang uns somit der Nachweis, daß der Einsatz von
    Selen schon bei einer mäßigen Selenunterversorgung eine signifikante Senkung
    der Entzündungsaktivität bei einer schilddrüsenspezifischen
    Autoimmunerkrankung bewirkt. Interessant wäre eine Folgestudie mit der
    Fragestellung, ob eine frühzeitige Behandlung den Verlauf von frisch
    aufgetretenen Erkrankungen verzögernd oder sogar kurativ beeinfussen könnte.
    Außerdem halten wir es für wichtig, herauszufinden, in wieweit sich diese
    Ergebnisse auf andere organspezifische Autoimmunerkrankungen übertragen
    ließen, wie z.B. auf Diabetes mellitus Typ I, Lupus erythematodes,
    Perniziöse Anämie, Vitiligo etc. In diesem Zusammenhang bleibt des weiteren
    zu untersuchen, ob im Rahmen des Syndroms der polyglandulären
    Autoimmun-Erkrankungen (PGA) vorbeugend die Entstehung von Folgeerkrankungen
    verhindert werden könnte, die häufig in Assoziation mit der AIT auftreten.
    Wie schon in anderen Studien gezeigt, besitzt Selen einen positiven Einfluß
    auf Wohlbefinden sowie auf kognitive Leistungen. Zusätzliche Studien sind
    auch hier notwendig, um dies weiter abzusichern, damit es Eingang in den
    klinischen Alltag finden kann. Wir hoffen, daß die Resultate unserer Studie
    einen Anstoß dazu geben werden, die Kenntnisse der gleichermaßen
    gesundheitserhaltenden wie heilsamen Wirkung einer ausreichenden Versorgung
    dieses derart vielseitigen und lebensnotwendigen Spurenelementes zu
    erweitern.
 

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