Hallo,
ich möchte mich erstmal vorstellen. Mein Name ist Tim, ich bin 32 Jahre alt. In meinem Fall geht es um meine Mutter. Sie ist 62 Jahre alt und hatte bis jetzt noch keine nennenswerten Krankheiten.
Meine Mutter hatte vor knapp 8 Monaten einen zu hohen Kalziumspiegel im Blut, der offensichtlich durch die Nebenschilddrüse ausgelöst wurde. Zur gesamten Untersuchung gehörte dazu, dass auch ein
Szintigramm gemacht wurde. Das Ergebnis dieses Szintigramms war ein kalter Knoten auf der linken Seite von etwa 1-2 cm Größe. Dieser Knoten sollte bei der laut den Ärzten erforderlichen Entfernung einer Nebenschilddrüse (zu hoher Kalziumspiegel) gleich mit entfernt werden.
Nach der
OP hat meine Mutter den Arzt gefragt, ob es Krebs war und er antwortete, dass es nicht so aussieht, aber er schickt es zum
Pathologen und Lymphgewebe aus der Nähe des Knotens gleich mit. Das war der Dienstag vor zwei Wochen. Mittwochs rief sie aus dem Krankenhaus an, dass sie noch mal operiert werden muß, weil ein Bluterguss auf die Luftröhre drückt (laut Schilddrüsenforum eine
Komplikation, die wohl ab und zu vorkommt).
Seit dem Zeitpunkt lag sie auf der Intensivstation und wurde künstlich beatmet. Ich war dementsprechend mit den Nerven fertig und wusste nicht mehr ein noch aus.
Donnerstags rief uns der uns wirklich gut betreuende Arzt an und bestellte uns in die Klinik.
Die Nachricht war noch erschütternder als die Intensivgeschichte sowieso schon war.
C-Zell-Karzinom !!!! Ich bin fast durchgedreht. Der Arzt erklärte uns, dass diese Art von Krebs sehr selten vorkommt. Der Krebs war laut Pathologen noch klein und offensichtlich verkapselt. Das Lymphgewebe war nicht befallen.
Der behandelnde Arzt hat uns erklärt, dass es die Möglichkeit gibt in einer bis zu 7 -stündigen
OP den Hals auszuräumen, also alles an Lymphgewebe zu entfernen. Er rate aber davon zunächst ab. Es gäbe Spezialisten dafür (Raue in HD und Dralle in Halle), die das empfehlen, aber er sagte uns, dass meine Mutter sich eh erstmal von der ganzen Geschichte erholen muss und dann sei es fraglich, ob die OP überhaupt was bringt, da ja das Lymphgewebe noch frei war von Krebs und somit wäre die OP ein Risiko.
Es ist ja so, dass die ganze Körperabwehr im Hals geschwächt wird und es gibt ewig viele Möglichkeiten der Komplikation.
Freitags sagte mir ein anderer Arzt genau das Gegenteil und ihre Hausärztin rät wohl offensichtlich auch zu der „großen“ OP. Schließlich könnte der Krebs auch weiter entfernte
Lymphknoten befallen und welche „überspringen“
Eine gute Freundin ist in Harvard an der medical school in der Krebsforschung tätig und sie ist eigentlich auch der Meinung, dass diese große OP ein nicht zu unterschätzendes Risiko ist.
Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ich jetzt gar nichts mehr kapiere und nicht weiß, was ich meiner Mutter raten soll. Entscheiden muss sie das ja eh selbst, aber ich will sie mit bestem Gewissen in ihrer Entscheidung unterstützen.
Werte von Krebsmarkern oder so haben wir noch keine.
Hat jemand von euch Erfahrung mit dieser großen OP? Gibt es Möglichkeiten den Krebs aufzuspüren, wenn er irgendwo noch schlummert ohne Skalpell? Was würdet ihr raten?
Was für Alternativen gibt es zur OP?
OP und Risiko oder lieber abwarten? …….viele Fragen……ich bin auch etwas am Ende gerade. 2 Wochen und bald jeden Tag eine andere Hiobsbotschaft….
Bis dann, viele liebe Grüße an euch alle und alles, alles Gute
Tim