Das war ein Tag, den ich so schnell nicht wieder geschenkt haben möchte:
Mir wurde eröffnet, dass es das erste Mal bei mir ist, daß der Krebs durch Gabe eines Kontrastmittels ( 74 MBq Ga—68-
DOTATOC nach 45 Minuten ) in all seiner Schrecklichkeit sichtbar wurde.
Nicht nur in der Leber, auch im Skelettbereich ( Wirbelsäule, Becken, Rippen und Unterkiefer ) wurden krankhafte Zellen sichtbar.
Gemäß dem Motto: Nur was ich sehe, kann ich bekämpfen, folgten Gespräche mit den Professoren der Endokrinologie, der Onkologie, der Nuklearmedizin und auch Professor Raue, als Kenner meiner Erkrankung, wurde telefonisch um seinen Rat gebeten.
Schlußendlich haben wir uns für eine Strahlentherapie mit Namen Lutetium-DOTATOC 177 entschieden, da diese die geringsten Nebenwirkungen und den bestmöglichsten Erfolg verspricht.
Bereits nächsten Freitag wird ein Nierenfunktionstest durchgeführt und innerhalb der nächsten 14 Tagen soll bereits die
Therapie starten.
Ich werde eine 10minütige Infusion erhalten, darauf hin werde ich voraussichtlich 2 bis maximal 5 Tage in stationärer Behandlung bleiben müssen, weil es a) die Richtlinien des Strahlenschutzes vorschreiben und b) evtl. Nebenwirkungen sofort vor Ort behandelt werden können.
Die nächsten 12 Wochen muß ich dann einmal wöchentlich vom Hausarzt untersucht werden und im Laufe von einem Viertel Jahr wird in der Medizinischen Hochschule dann kontrolliert ob und in welchem Ausmaße die Therapie angeschlagen hat.
Da niemals vorher genau feststeht, welche Menge des Lutetium notwendig ist, den
Tumor zu zerstören, kann es vorkommen, dass die Therapie ein oder zweimal wiederholt werden muß.
Im Großen und Ganzen brachte der Tag heute sehr viel Streß , aber auch viele neue Erkenntnisse und die Gewissheit, dass man nun endlich etwas unternehmen kann.
Die wahren Lebenskünstler sind bereits glücklich, wenn sie nicht unglücklich sind.