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AT 10 absetzen?
  • verfasst: 27.12.2006, 09:51
     
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    Hallo allerseits,

    nachdem ich bereits 1998 operiert wurde habe ich erst vor ein paar Tagen diese Webseiten entdeckt. Glückwunsch an die Initiatoren und die Mitgestalter; gerade wenn man mit der Diagnose konfrontiert wird ist es sehr hilfreich Ansprechpartner mit ähnlichen Erfahrungen zu haben.

    Ich lebe in Norddeutschland und hatte schon mit ca. 16 Jahren eine beidseitig vergrößerte Schilddrüse. Zwischenzeitlich nahm die Schwellung rechts nach einem Aufenthalt in Hessen wieder etwas ab. Als ich ca. 47 Jahre alt war, ließ ich die Schilddrüse endlich mal kontrollieren. Der Arzt stellte nichts fest, was zu behandeln gewesen wäre. Ein bis zwei Jahre später entdeckte ich links am Hals (im Kieferwinkel) einen geschwollenen Lymphknoten. Derselbe Arzt punktierte Lymphknoten und Schilddrüse. Nachdem er das Ergebnis erhalten hatte, überwies er mich sofort an einen Chirurgen im selben Ort. Es war ein schnell ausstrahlender, sehr gefährlicher (anaplastischer) Schilddrüsenkrebs entdeckt worden, der eine möglichst schnelle OP erforderlich machte mit anschließender Chemo und Bestrahlung. (Nach der OP stellte sich heraus, dass es sich um einen anderen Krebstyp handelte: das medulläre Karzinom).

    Im Frühjahr 1998 erfolgte die Operation, eine „Thyreoidektomie mit mod.rad. Neck Dissection li.“. Die gesamte Schilddrüse wurde entfernt, links wurden alle Lymphknoten entfernt, rechts nur teilweise. Es wurde dann festgestellt, dass es sich um ein medulläres Karzinom handelte (sporadische also nicht familiäre) Form. Der Chirurg schlug dann vor, auch noch die Lymphknoten im Brustraum auszuräumen. Die Uniklinik schlug stattdessen eine Radiojodbehandlung vor. Ich habe mich für letztere entschieden. Diese wurde ca. zwei Monate später durchgeführt, in Form einer zu schluckenden Kapsel (3000 MBq Jod-131). Danach erhielt ich dann L-Thyroxin. Die Suche nach evtl. Metastasen ergab zum Glück nichts, die Calcitonin-Werte fielen im Laufe der Zeit unter die Nachweisgrenze. Die Pentagastrin-Tests wurden 2003 eingestellt. Kurz nach der OP begannen eine Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) und eine Arreata (kreisrunder Haarausfall), die langsam weiter fortschreiten. Diese könnten mit einer vorher begonnen und nicht ganz zu Ende geführten Desensibilisierungsmaßnahme gegen eine leichte Pollenallergie zusammenhängen. Ein Zusammenhang mit der Schilddrüsenerkrankung konnte nicht festgestellt werden. Dennoch schätze ich mich sehr glücklich, dass die ganze Geschichte relativ glimpflich für mich ausgegangen ist.

    Ich habe allerdings ein kleineres Problem und wäre für Hinweise und Kommentare dankbar:

    Ich nahm anfangs etwa täglich bis zweitäglich eine 500 mg Calcium Tablette, reduzierte das immer mehr, bis ich schließlich kaum noch Calcium nahm. Im Jahr 2000 hatte ich dann kurz hintereinander zwei Muskelfaserrisse beim Badminton Spielen. Daraufhin nahm ich wieder mehr Calcium ein. Ein Jahr später nahm ich eine neue Arbeit auf, die weit außerhalb liegt, so dass ich einen doch recht anstrengen Arbeitstag mit nur wenig Erholzeit habe. Etwa einen Monat später stellten sich regelmäßig während der Arbeitstage ab mittags Durchfälle mit schmerzhaften Koliken ein. An den Wochenenden trat das nicht auf. Die Uniklinik tippte auf eine psychogene Komponente. Mit dem o.g. Arzt ging ich dann im Jahr 2001 alle Symptome durch, auf die ich teilweise kaum geachtet hatte: Manchmal auftretendes Muskelzucken, Muskelschmerzen, die damaligen Muskelfaserrisse, nachts hatte ich außerdem manchmal ein krampfartiges Gefühl im ganzen Körper mit Atembeschwerden. Er empfahl dann 2 Kapseln AT 10 und zusammen damit 1-2 Tabletten Calcium täglich einzunehmen. Außerdem führten wir eine Kontrolle der Calciumwerte durch (zB 2,37 mmol/l in 2005), wobei er jedoch einschränkte, dass diese wenig aussagekräftig seien und man selbst ein Gefühl entwickeln würde, wie viel man wann braucht. Die Durchfälle gingen stark zurück, ebenso das krampfartige Gefühl und die Muskelschmerzen.

    Die Uniklinik jedoch empfahl wiederholt die Absetzung von AT 10, mit Hinweis auf die Gefahr von Nierensteinen. Aussage: der Calciumspiegel solle im unteren Normbereich liegen. Bei einigen Versuchen der Absetzung kamen jedoch die Durchfälle wieder, so dass ich nach wie vor AT 10 und Calcium nehme. Die Laborwerte bei der Uniklinik lagen in den letzten drei Jahren für Parathormon zwischen < 0,1 und 0,73 pmol/l und für Ca zwischen 2,41 und 2,62 mmol/l. Im Dez. 2006 wurde ein 24 h Urin aufgenommen, der bei Ca 425 mg/d und bei P 21,7 mmol/d ergab.
  • verfasst: 27.12.2006, 16:24
       
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    Hallo und "Herzlich Willkommen"

    Ich lese Du hattest eine RJT? Entschuldige, aber diese ist bei unserem Krebs absolut unwirksam!!!

    Radiojod dockt an den jodspeichernden SD-Zellen an, aber nicht an unseren entarteten C-zellen, diese speichern nicht im geringsten Jod- also ist diese Therapie wirkungslos und vollkommener Quatsch!

    Wenigstens hattest Du doch Glück und Dein Tumormarker fiel unter der Nachweisgrenze.

    Dein Calciumspiegel ist allerdings wirklich zu hoch, er sollte tatsächlich im unteren Normbereich liegen!
    2,1 z.B. wäre ideal!
    Die Gefahr von Nierensteinen ist somit mit einem Wert von 2,6 schon hoch!

    Wie ist Dein Calcitonin zur Zeit? Dieses wird doch wohl noch regelmässig gemessen, oder? Auch CEA ist ein Tumormarker fürs MTC.

    Wende Dich wegen des Problems mit Deinem Calcium am besten an Frauke, diese kennt sich bestens mit NSD-Problemen aus: http://www.insensu.de

    Es gibt auch noch Rocaltrol als Alternative zu AT10, aber dazu kann Dir wie gesagt Frauke mehr sagen.

    Melde Dich.

    Liebe Grüsse
    Lydia



    Zwei Gefangene sahen durch ein Gitter in die Ferne, der eine sah den Schmutz der andere die Sterne
  • verfasst: 27.12.2006, 20:31
     
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    Hallo Lydia,
    vielen Dank für die freundliche Begrüssung im Forum und für die Anmerkungen und Antworten.
    Mit der Radiojod-Therapie hofften die Ärzte damals zusammen mit den restlichen Schilddrüsen-Zellen auch die restlichen Calcitonin produzierenden Zellen zu erwischen. Offensichtlich waren sie erfolgreich, denn die Calcitonin-Werte gingen zurück. Sie werden immer noch jährlich gemessen und liegen unter der Nachweisgrenze.
    CEA-Werte wurden kurz nach der OP gemessen und lagen nach ca. 3 Monaten wieder im Normbereich.

    Wegen der Probleme mit den Nebenschilddrüsen werde ich mich demnächst an Frauke wenden. Danke für den Tipp. Ich melde mich dann wieder.

    Viele Grüße
    Klaus
  • verfasst: 29.12.2006, 20:48
     
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    Frauke hat inzwischen geantwortet, Auszüge aus ihrer Mail:

    Der Calciumwert sollte bei Nebenschilddrüsenunterfunktion im unteren Normbereich (2,1-2,3 mmol/l) sein, damit nicht zu viel Calcium im Urin ausgeschieden wird. Bei diesem Wert treten Symptome wie die erhöhte Krampfbereitschaft (bei Dir offenbar vor allem im Darm) in der Regel nicht mehr auf. Leider ist Dein Calciumwert im Urin viel zu hoch (Normbereich laut meinem Laborlexikon bis 300 mg/Tag) und die Gefahr von Nierensteinen besteht so tatsächlich. Der Kreatininwert sollte nun auch geprüft werden, da er über mögliche Nierenschäden Auskunft gibt.

    ANM.: Der wurde geprüft, er liegt im Normbereich.

    Der Calciumwert im Blut sollte tatsächlich gesenkt werden, was durch Reduktion der A.T.10-Menge (nicht ganz absetzen!) geschehen könnte. Die Tropfen wirken allerdings einige Wochen nach, so dass der tatsächliche Effekt nicht sofort spürbar wird. Wenn bei einem guten Blutcalcium immer noch zu viel Calcium im Urin ist, kann man durch Gabe von Thiazid-Diuretikum die Calciumrückhaltung in der Niere fördern. Man muss dann aber sehr auf genug Flüssigkeitszufuhr achten und die anderen Elektrolyte (Kaliummangel möglich!) gut kontrollieren.

    All das und auch Deine Beschwerden können natürlich noch mit vielen anderen Faktoren (Sonstige Erkrankungen, Medikamente, Ernährung, etc.) beeinflusst sein, über die ich nichts weiß. Deshalb ganz wichtig: Ich bin keine Ärztin. Meine Hinweise basieren auf medizinischer Fachliteratur, ärztlichen Informationen und eigenen Erfahrungen. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Veränderungen der individuellen Therapie bitte nur nach Rücksprache mit einem Arzt vornehmen!

    ANM: Das werde ich selbstverständlich so machen und dann hier wieder berichten.
  • verfasst: 03.03.2007, 07:43
     
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    Seit Ende Dezember 06 habe ich die Dosis von 2 auf 1 AT 10 Kapsel gesenkt und nehme dazu 500 bis 750 mg Calcium (pro Tag). Ende Februar 07 hat der Internist die Werte bestimmt:
    Ca-Blutwert 2,45 mmol/l, Kreatinin im Normbereich, Ca im 24 h Urin: 245 mg
    Der Arzt war mit den Werten zufrieden und die o.g. Symptome haben sich nicht verschlimmert, so dass ich bei dieser Dosis bleiben werde.
    Vielen Dank für die Hilfe
    Klaus
  • verfasst: 03.03.2007, 09:12
       
    kasey
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    Hallo Klaus,

    Dein Wert ist grade noch o.k.

    Du könntest aber um Deine NSD´s doch noch zu stimulieren durchaus Deine Calciumdosis noch etwas senken!

    Für uns wäre 2,0-2,2mmol/l genau richtig. Meine Werte sind übrigens immer in dem Bereich!
    Damit würdest Du noch einen Anreiz an Deine NSD´s senden, vielleicht doch noch ei bisschen zu arbeiten. Übrigens- wie hoch ist Dein Parathormon? Dieses würde anzeigen ob Du noch NSD´s hast!

    Ich verstehe dass Du nicht riskieren willst wieder Deine alten Probleme zu bekommen, denoch- wäre noch etwas drin in der Reduzierung- evtl. vom Kalzium?

    Ich nehme nur 1-2 At-10 am Tag, sonst nichts. Funktioniert sehr gut so, wenn ich dran denke was ich für Probleme nach der SD-OP hatte, ist diese Dosis himmlisch für mich! (Ich begann mit 8 Calciumbrause- wurde auf AT 10 6 Stück umgestellt, konnte dann langsam reduzieren...Horror pur diese Zeit).

    Lieben Gruß
    Lydia


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  • verfasst: 23.03.2007, 20:06
     
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    Ich bin dabei die Kalziumeinnahme entsprechend Lydias Empfehlung langsam zu reduzieren.
    Ich habe jetzt nach den Parathormon-Werten geschaut: Von der letzten Untersuchung liegen mir noch keine Werte vor, nur von 12/2005 mit 0,73 und von 11/2004 mit 0,1 pmol/l. Wenn ich das richtig sehe, sollte der Normalwert zwischen 1,1 und 7,3 liegen.
 

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