Hi Lydia,
das mit dem vorbeioperieren kenne ich und kann Dir dazu eine Geschichte liefern.
Hatte vor einigen Jahren gemerkt, dass sich neben der HWS etwas dickes, hartes und druckempfindliches bildet. Zuerst hieß es ein entzündeter Dornfortsatz. Die Beschwerden wurden schlimmer und ich hatte manchmal das Gefühl, dass mir gerade jemand in de Hals sticht, dazu kamen Schwindelanfälle.
Der Neurologe konnte keine Ausfälle erkennen, man schickte mich in die Kopfklinik in der ich mit einen Schwindelanfall auf einen äußerst unfreundlichen Arzt traf (zwei Tage zuvor hatte ich ihn zufällig betrunken in einer Kneipe gesehen ...). Der sagte ich solle mich nicht so anstellen, dabei musste ich mich doch beherrschen um mich nicht vor ihm zu übergeben. Der Arzt langte mich nach Studium der Vorbefunde nicht mal an und äußerte den Versacht auf Multiple Sklerose. Auf meinen Einwand, dass da doch dieser "Knubbel" wäre meinte er ziehmlich barsch, dass der OA gleich käme und seine
Diagnose sicher bestätigen könne. Der OA kam sah sich keine Unterlagen, drückte mir einmal auf den Knubbel (ich hätte ihn erschießen können!) und sagte hmmm. Dann gingen die beiden raus und der Arzt kam mit einer Einweisung in die Kopfklinik zurück. Ich sollte da 2 Tage div. Tests über mich ergehen lassen. Aus 2 Tagen wurden 11 Tage - vielleicht weil die Station die ganze Zeit sehr leer war???. Es wurde eine Lumbalpunktion (... uahh die ist echt unangenehm!) gemacht und div. Tests. Alles im allem lag ich bei über 30 Grad im Schatten einfach nur rum und manchmal passierte außer morgens Temperatur messen und der Frage "Stuhlgang gehabt?" einfach gar nichts. am 11. Tag habe ich mich dann entlassen

und es gab ein Riesengeschrei. Der Entlassungsbrief war dann so abgefasst (... Alle Untersuchungen negativ. Das hätte ich denen doch schon vorher sagen können!), dass alles auf die Psychoschiene geschoben wurde.
Meine Orthopädin, die diesen Knubbel im Ultraschall besser sehen konnte als auf dem
MRT (da war nur "verplumptes" Gewebe zu sehen) schickte mich dann zu einem Neurochirurgen, der sich dann der Sache annahm, Mittlerweile hatte ich Ausfallerscheinungen am rechten Arm. Ich wurde dann aufgrund des Ultraschallbildes doch operiert und da war dann was ... Ein haselnussgroßes Fibrolipom, das teilweise in die Bandscheibe eingewachsen war und wohl auf einen Nerv drückte. Ungefährlich, aber an dieser Stelle mehr als lästig. Leider hat man aufgrund der seltsamen Befundlage nicht genau genug nachgesehen, denn auf der anderen Seite der HWS hatte sich ein 2. Fibrolipom gebildet und daran wurde einfach vorbeioperiert. Als die Fäden gezogen wurden habe ich schon bemerkt, dass da noch was ist.

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen dass die mich alle für bekloppt gehalten haben.
Mittlerweile ist das Ding walnussgroß und deutlich durch die Haut zu sehen. Keiner traut sich ran, weil ich zu überschießender Narbenbildung neige und man nicht ausschließen kann, dass ich durch die Narben noch mehr Probleme bekomme. Ich muss zunächst einmal damit leben.

Gott sei Dank verspüre ich nur die "Messerstiche" im Nacken. Den Schwindel hat wohl das herausoperierte Fibrolipom verursacht. Ich neige leider dazu.
Mittlerweile sind da noch mehr aufgetaucht - alle an oder in der Nähe der Wirbelsäule. An der Brustwirbelsäule wurde mir auch schon eines entfernt, weil ich mich nicht mehr mit dem Rücken anlehen konnte. Das war auch eine extreme Erfahrung. Die Ärzte sagten mir dass man das
ambulant machen kann. Der Chirurg schnitt auf, erklärte dabei seinen neuen Arzthelferinnen seine Technik und die Blutgerinnung. Eine ist dann umgefallen, dann haben sie die erst mal aufgehoben und als er dann weiter schneiden wollte sagte er: "Ach Du liebe Zeit das Ding ist eigentlich zu groß (4 cm) um es ambulant zu operieren!" Na ja, er hat dann doch weitergemacht und ich musste die Zähne ganz schön zusammenbeißen, da er mir nicht mehr Betäubungsmittel spritzen konnte als ich schon intus hatte. Ich hatte bisher nie Angst vor solchen Sachen, habe aber gemerkt, dass ich jetzt Schweißausbrüche bekomme wenn das Messer angestezt wird, weil ich dann auf den Schmerz warte. Ging mir gerade diese Woche bei der Entfernung eines Muttermals wieder so ...
Habe vor kurzem gehört, dass man
Lipome auch absaugen kann, aber das wäre aufwendig und die Kasse zahlt das nicht

, aber 11 Tage unnützen Krankenhausaufenthalt .....
Viele Grüße
Birgit
editiert von: Ede, 16.02.2007, 10:10 Uhr

"wait and see"